Handball-EM

Dramen und Triumphe: Die deutschen Duelle gegen Frankreich

28. Januar 2026 , 05:26 Uhr

Handballspiele zwischen Deutschland und Frankreich verlaufen oft spannend. Einige K.o.-Duelle sind besonders in Erinnerung geblieben.

Deutschlands Handballer wollen ihren Traum von einer EM-Medaille im Alles-oder-Nichts-Spiel gegen Frankreich am Leben halten. «Das ist ein Endspiel um das Halbfinale», beschrieb Bundestrainer Alfred Gislason die Bedeutung der letzten EM-Hauptrundenpartie heute Abend (18.00 Uhr/ZDF/Dyn) in Herning.

Die DHB-Auswahl geht als Tabellenzweiter (6:2) mit einem leichten Vorteil in das Duell gegen den Rekord-Weltmeister, der als Dritter 4:4 Zähler aufweist. Schon ein Remis reicht Deutschland zum Weiterkommen. Eine Niederlage würde den Medaillentraum jedoch platzen lassen. Es ist nicht der erste Showdown zwischen den beiden Handball-Großmächten. 

WM 2001: Kein Happy End für Brand-Team 

Im Viertelfinale bietet die DHB-Auswahl dem WM-Gastgeber in Albertville lange Paroli und zwingt die Franzosen in die Verlängerung. Dort gelingt den Schützlingen des damaligen Bundestrainers Heiner Brand jedoch nur noch ein Tor. Frankreich gewinnt mit 26:23 und später den Titel. 

WM 2003: Verletzungspech bei Aufholjagd

Im Halbfinale liegt die deutsche Mannschaft eine Viertelstunde vor Schluss mit vier Toren zurück. Dank einer Energieleistung bejubelt die DHB-Auswahl am Ende noch einen 23:22-Sieg und den erstmaligen Einzug ins Endspiel seit dem legendären WM-Triumph 1978. Doch der Erfolg wird teuer bezahlt. Linksaußen Stefan Kretzschmar bricht sich den kleinen Finger der Wurfhand und fehlt im Finale genauso wie Rückraum-Ass Volker Zerbe, der einen Muskelfaserriss erleidet. Ohne das Duo verliert Deutschland gegen Kroatien und kehrt mit Silber heim.

WM 2007: Sieg im Marathon-Match

Das Halbfinale der Heim-WM vor 19 Jahren gegen Frankreich ist an Spannung kaum zu überbieten. 32:31 setzt sich die deutsche Mannschaft am Ende durch – nach zweimaliger Verlängerung. Im Finale gegen Polen sichert sich Deutschland zum dritten Mal den WM-Titel.

EM 2008: Ende einer Erfolgsära

Nach einer knappen Halbfinal-Niederlage gegen Dänemark ist die Luft beim DHB-Team raus. Im Spiel um Bronze setzt es eine herbe 26:36-Pleite gegen die Franzosen. Die Niederlage markiert den Beginn eines jahrelangen Abschwungs im deutschen Handball. Erst acht Jahre später meldet sich die DHB-Auswahl mit dem sensationellen EM-Triumph in der Weltspitze zurück.

Olympia 2016: Schock kurz vor Schluss

Im Halbfinale sieht die DHB-Auswahl 20 Minuten vor dem Ende wie der klare Verlierer aus. 22:15 führt Frankreich, doch dann kommt die deutsche Mannschaft zurück. 58 Sekunden vor dem Ende trifft Tobias Reichmann zum 28:28. Die Halle tobt, aber Frankreich kontert noch einmal in Person von Daniel Narcisse, der zwei Sekunden vor dem Abpfiff zum Sieg für den Rekord-Weltmeister trifft und die deutschen Gold-Hoffnungen zerstört. Am Ende gibt es zumindest Bronze. 

WM 2019: Blech statt Bronze 

Wie bei der EM 2008 stehen sich beide Teams im Spiel um Bronze gegenüber. Es laufen die letzten Sekunden. Beim Stand von 25:25 erobert die deutsche Mannschaft den Ball, den Linksaußen Matthias Musche durch ein riskantes Anspiel an den Kreis wieder herschenkt. Im Gegenzug trifft Nikola Karabatic fast mit der Schlusssirene. Die Franzosen jubeln, Deutschland geht bei der Heim-WM leer aus.

WM 2023: Der Medaillentraum platzt

Wieder hat die Équipe Tricolore das bessere Ende für sich. Im Viertelfinale unterliegt die deutsche Mannschaft klar mit 28:35, obwohl sie nach 35 Minuten noch mit zwei Toren führt. Zu viele Fehler in der Schlussphase lassen den Traum von einer Medaille platzen.

Olympia 2024: Das «Wunder von Lille»

Ein Spiel für die Handball-Geschichtsbücher. Im Viertelfinale führt Gastgeber Frankreich sechs Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit mit einem Tor und hat Ballbesitz. Doch Rückraum-Star Dika Mem leistet sich beim Anwurf einen Blackout, sodass die DHB-Auswahl durch Renars Uscins noch zum Ausgleich kommt. In der Verlängerung setzt sich das Team von Bundestrainer Alfred Gislason mit 35:34 durch und gewinnt später Olympia-Silber.

Quelle: dpa

 

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