Drogen

Drogenkonsument in Klinik - Polizei startet Razzia

02. April 2026 , 13:08 Uhr

Ein Mann landet nach einer mit synthetischen Drogen angereicherten E-Zigarette wochenlang im Krankenhaus. Die Polizei geht der Sache nach, stellt Drogen sicher - warnt vor einer unterschätzten Gefahr.

Der Kollaps eines 24-Jährigen nach einer mit synthetischen Drogen angereicherten E-Zigarette hat die Polizei im oberbayerischen Prien am Chiemsee auf die Spur von mutmaßlichen Rauschgifthändlern gebracht. In den vergangenen zwei Wochen durchsuchten Beamten acht Wohnungen im Raum Prien, wie die Polizei mitteilte. Sie stellten Beweismittel wie Handys sowie diverse Drogen sicher, darunter ein Kilogramm Cannabis sowie Kokain und diverse synthetische Drogen. 

Insgesamt werde gegen sieben Männer und eine Frau wegen Verdachts auf Handel mit Betäubungsmittel ermittelt. Zwei der Beschuldigten – ein 21 und ein 23 Jahre alter Mann – sitzen in Untersuchungshaft. Sie sollen in der Region schwunghaften Handel mit diversen Drogen betrieben haben. 

Nach Drogenkonsum in Lebensgefahr

Der 24-Jährige hatte am 12. März nach dem Rauchen einer E-Zigarette – Vape – erhebliche gesundheitliche Probleme; zwischenzeitlich verlor er das Bewusstsein. Er habe zeitweise in Lebensgefahr geschwebt, erläuterte ein Polizeisprecher. Er werde weiter stationär behandelt.

Erst kürzlich hatte das Landeskriminalamt (LKA) nach zwei Todesfällen in weniger als einem Monat vor synthetischen Opioiden gewarnt. Deren Wirksamkeit könne um ein Vielfaches höher sein als die von Heroin. Opioide sind eine Gruppe von Schmerzmitteln und können etwa über einen Vape konsumiert werden, um Entspannung oder Euphorie zu erzeugen. Opioide können abhängig machen und sind etwa in Kombination mit Alkohol besonders gefährlich.

Polizei warnt nach Todesfällen

Das LKA warnte eindringlich vor dem Konsum von derartigen rauschgiftartigen Chemikalien, insbesondere synthetischen Opioiden sowie deren Aufnahme mittels Vapes (vom englischen Begriff Vaporizer, auf Deutsch: Verdampfer). Es gebe bei diesen Chemikalien noch keine gesicherten Erkenntnisse, in welcher Konzentration welche Wirkung erzeugt werde. Bereits geringe Überdosierungen können demnach zu schweren gesundheitlichen Folgen bis zum Tod führen.

Details zu den Toten teilte das LKA nicht mit, nur dass die Vorfälle in Oberbayern und der Oberpfalz gewesen seien und dass es zudem einen Konsum mit lebensbedrohlichen Folgen für den Betroffenen gegeben habe.

Quelle: dpa

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