Mit festlich geschmückten Kutschen und Fuhrwerken sind die Münchner Wiesnwirte und Brauereien auf die Theresienwiese gezogen. Dabei gab es eine Neuerung: Erstmals stoppte der Zug für eine Gedenkminute am Haupteingang der Wiesn, dem Ort des rechtsextremistisch motivierten Oktoberfestattentats im Jahr 1980.
Angeführt wurde der Festzug von den Münchner Brauereien und ihren prächtig geschmückten Gespannen. Dahinter folgten die Wirte der großen und kleinen Festzelte. Tausende Zuschauer säumten die Strecke und jubelten dem Festzug zu.
Neu-Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) nahm erstmals als Stadtoberhaupt am Einzug teil – und brachte eine Neuerung mit: Die Gedenkminute für die Attentatsopfer war seine Initiative.
Krause trat gemeinsam mit den Bürgermeisterinnen Mona Fuchs (Grüne) und Verena Dietl (SPD) an das Denkmal. Dort war zu diesem Anlass zu Beginn des Festes ein Blumengesteck niedergelegt. Nachdem der Oberbürgermeister zurück in die Kutsche gestiegen war, hielt er noch kurz inne, bevor der Zug dann wieder Fahrt aufnahm.
Bei dem Bombenanschlag am Abend des 26. September 1980 waren zwölf Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden. Auch der rechtsextreme Attentäter Gundolf Köhler starb. «Das Oktoberfest zu feiern und den rechtsextremen Bombenanschlag von 1980 dabei nicht zu vergessen, das gehört für die Stadt München zusammen», erklärte Krause zur Begründung. Es sei für ihn als neuer Oberbürgermeister wichtig zu zeigen, «dass es für mich Teil des Oktoberfestes ist». Zum Gedenken selbst sei er leider dieses Jahr nicht in München, sondern in Baden-Baden für die Entscheidung über die deutsche Olympiabewerbung.
Quelle: dpa