Mit dem traditionellen Eid hat Kulmbachs Oberbürgermeister Dr. Ralf Hartnack den Windischenhaiger Hannes Valentin offiziell in das Ehrenamt des Feldgeschworenen berufen. Künftig übernimmt der gelernte Bauingenieur als Feldgeschworener für den Bereich Windischenhaig Verantwortung – und das auf Lebenszeit im Rahmen eines kommunalen Ehrenamts.
Feldgeschworene – in vielen Regionen auch als „Siebener“ bekannt – sind ehrenamtliche Hüter von Grundstücks- und Gemeindegrenzen. Es handelt sich dabei um das älteste kommunale Ehrenamt Bayerns, dessen Wurzeln bis in das 13. Jahrhundert zurückreichen. Wegen der langen Tradition wurde das Feldgeschworenenwesen in Bayern sogar in das immaterielle Kulturerbe der UNESCO aufgenommen. Sie helfen dabei, Grenzzeichen, wie klassische Grenzsteine freizulegen, zu setzen oder zu sichern, kontrollieren die Gemeindegrenzen und dürfen auf Antrag auch Grenzsteine austauschen oder setzen.
Das Amt habe bis heute nichts von seiner Bedeutung verloren, betonte Oberbürgermeister Dr. Ralf Hartnack bei der Vereidigung. Auch wenn moderne Vermessungstechnik und Satellitensysteme heute vieles erleichterten, seien die Ortskenntnis und die Erfahrung der Feldgeschworenen unverzichtbar. In der Stadt gibt’s insgesamt 61 Feldgeschworene in zehn Ortsgruppen.