Feuer im Südwesten Spaniens

Großer Waldbrand in Andalusien breitet sich aus

10. August 2026 , 16:33 Uhr

Im Südwesten Spaniens fliehen Hunderte vor einem Waldbrand, der sich weiter schnell ausbreitet. Ein Minister spricht von einem Feuer, das derzeit «außerhalb der Löschkapazität» sei.

Ein verheerender Waldbrand in der Provinz Huelva im Südwesten Spaniens hat sich ausgebreitet. Das Feuer wütet bereits seit Donnerstag. Die Regionalregierung von Andalusien schätzte die betroffene Fläche auf mehr als 20.000 Hektar. Das entspricht einer Fläche von 200 Quadratkilometern – etwa so groß wie das Stadtgebiet von Hannover. Unklar ist noch, wie viel Fläche davon tatsächlich den Flammen zum Opfer gefallen ist.

Das Feuer sei derzeit «außerhalb der Löschkapazität», sagte der andalusische Innenminister Antonio Sanz. Nicht wegen fehlender Mittel, sondern «aufgrund des extremen und unberechenbaren Verhaltens der Flammen», erklärte er vor Journalisten. Es gehe zunächst in erster Linie darum, «die Menschen zu schützen». Insgesamt 479 Personen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.

In der Nähe der Kleinstadt Niebla, rund 60 Kilometer westlich von Sevilla, kämpfen unterdessen rund 600 Einsatzkräfte weiter gegen die Flammen. Sie werden im hügeligen, teils schwer zugänglichen Waldgebiet zeitweilig von mehr als 20 Löschflugzeugen und Hubschraubern unterstützt. In der Nacht war es nach Angaben von Feuerwehrsprechern gelungen, mit kontrolliertem Feuer und schwerem Gerät wichtige Verteidigungslinien aufzubauen.

Spanien erlebt heftige Waldbrandsaison

Das Feuer war am Donnerstag im Gebiet Raboconejo unweit der 4.200-Einwohner-Gemeinde Niebla ausgebrochen und hatte sich in den vergangenen Tagen rasch ausgebreitet. Vor allem die Hitze mit Temperaturen von über 30 Grad und die starken, wechselnden Winde erschweren die Löscharbeiten.

Spanien wird in diesem Jahr von einer außergewöhnlichen Waldbrandsaison heimgesucht. «Seit Jahresbeginn sind fast 200.000 Hektar betroffen», hatte die Ministerin für den ökologischen Wandel, Sara Aagesen, am Sonntag bei einem Besuch in Huelva gesagt. 2026 habe es bereits 40 Großbrände gegeben. «Im vergangenen Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt 15.»

Nach Angaben des spanischen Waldbrandportals «Incendios Forestales» waren am Montag landesweit 41 Wald- und Vegetationsbrände aktiv. Die meisten wüteten demnach in der bei Urlaubern beliebten Region Valencia im Osten sowie in Kastilien und León im Nordwesten des Landes. Betroffen waren aber auch die Regionen Andalusien, Katalonien und Kastilien-La Mancha.

Quelle: dpa

 

Feuer Notfall Spanien

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