Migration

EU-Agentur: Erneut deutlicher Rückgang von Asylanträgen

03. März 2026 , 10:58 Uhr

Die Zahl der in Europa gestellten Asylanträge sinkt deutlich. Vor allem in Deutschland gibt es immer weniger, dennoch liegt die Bundesrepublik bei den Anträgen auf internationalen Schutz vorn.

Die Zahl der Asylanträge in der EU sowie in Norwegen und in der Schweiz ist im vergangenen Jahr erneut deutlich zurückgegangen: Insgesamt wurden in den 27 EU-Staaten und den beiden Partnerländern rund 822.000 Anträge registriert, was einem Rückgang um etwa ein Fünftel im Vergleich zu 2024 (minus 19 Prozent) entspricht. Dies geht aus dem neuen Jahresbericht der EU-Asylagentur EUAA mit Sitz in Malta hervor.

Grund für den deutlichen Rückgang ist dem Bericht zufolge vor allem, dass es weniger Asylanträge von Menschen aus Syrien (42.000, 2024 waren es 151.000), aber auch aus Bangladesch (37.000) und der Türkei (33.000) gab. In Syrien gibt es seit dem Sturz von Langzeitherrscher Baschar al-Assad Ende 2024 bei den Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft. 

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner führte den Rückgang der Asylanträge zudem auf die europäische Migrationspolitik zurück. «Ein zentraler Faktor dabei ist unser konsequentes Engagement in den Ländern entlang der Migrationsrouten», teilte Brunner mit. Die EU verstärkte zuletzt die Zusammenarbeit mit Ländern wie Ägypten oder Libyen – auch um Migranten davon abzuhalten, irregulär nach Europa zu kommen. 

Mehr Anträge aus Venezuela und Afghanistan 

Dafür stieg dem Bericht zufolge die Zahl der Anträge auf internationalen Schutz von Menschen aus Afghanistan (117.000) sowie Venezuela (91.000). Gründe für die Zunahme bei den Anträgen von Venezolanern sind demnach unter anderem restriktivere Einwanderungsregeln der US-Regierung sowie verschärfte Visabestimmungen für Venezolaner in lateinamerikanischen Nachbarstaaten.

Deutschland auf Platz eins, aber mit deutlichem Rückgang

Im ersten Halbjahr 2025 hatte sich nach einem früheren EUAA-Bericht zunächst abgezeichnet, dass Deutschland nicht mehr an der Spitze der Länder mit den meisten dort registrierten Asylanträgen stehen würde. Dem neuen Bericht zufolge hat sich dieser Trend gedreht. Mit 163.000 Anträgen war Deutschland wieder Zielland Nummer eins, allerdings sank die Zahl im Vergleich zu 2024 um ein Drittel (minus 31 Prozent).

Die nun veröffentlichten Zahlen unterscheiden sich nur geringfügig von offiziellen Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), das 2025 rund 168.000 Anträge zählte, davon etwa 113.000 Erstanträge. Der Bericht der EU-Asylagentur berücksichtigt ebenfalls Erst- und Folgeanträge – schlüsselt sie allerdings nicht einzeln auf.

Ähnlich wie Deutschland verzeichneten Spanien (143.000), Italien (134.000) und Griechenland (62.000) Rückgänge – etwa 15 Prozent weniger Anträge. Stabil blieben hingegen die Zahlen in Frankreich (152.000). Zusammengenommen entfielen 80 Prozent aller Asylanträge auf Deutschland und diese vier Länder.

Quelle: dpa

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