Prozesse

Ex-Partner nach Mord an dreifacher Mutter festgenommen

06. Mai 2026 , 15:22 Uhr

Seit Monaten läuft in Augsburg ein spektakulärer Mordprozess. Der Angeklagte soll eine dreifache Mutter mit mehreren Kopfschüssen umgebracht haben. Nun gibt es in den Fall eine weitere Festnahme.

Rund ein Jahr nach dem Mord an einer dreifachen Mutter in Augsburg ist ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden. Die Frau war mit vier Kopfschüssen in ihrer Wohnung umgebracht worden. Bereits seit Februar muss sich ein 30 Jahre alter Mann, der die Mutter getötet haben soll, wegen Mordes vor dem Augsburger Landgericht verantworten.

Bei dem nun festgenommenen Mann handelt sich um den früheren Lebenspartner der getöteten 30-Jährigen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Aufgrund neuer Ermittlungen und der Erkenntnisse aus dem laufenden Prozess sei von der Staatsanwaltschaft ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Anstiftung zum Mord gegen den 43 Jahre alten Ex-Lebensgefährten des Opfers beantragt worden. 

Der Mann sei am Dienstag bei sich zu Hause festgenommen worden und befinde sich jetzt in Untersuchungshaft. Zunächst hatte die «Augsburger Allgemeine» über die Festnahme berichtet.

Kinder mussten Mord an ihrer Mutter miterleben

Der vor Gericht stehende 30-Jährige soll der Ziehsohn des Ex-Partners der Frau sein. Der Angeklagte soll am 19. Mai des vergangenen Jahres spätabends heimlich in die Wohnung der 30-Jährigen eingedrungen sein und die Mutter praktisch hingerichtet haben. 

Die Frau hatte drei kleine Kinder. Ein Sohn und eine Tochter waren während der Tat in dem Haus und mussten das schreckliche Geschehen miterleben. Die Tochter fand die blutüberströmte Mutter und alarmierte über eine Verwandte die Polizei. Die Neunjährige musste auch in dem Strafverfahren aussagen.

Nach Angaben der Ermittler hatte sich die Frau im April 2025 im Streit von dem Ziehvater getrennt. Danach soll er den Angeklagten wie einen Detektiv auf die Frau angesetzt haben, um sie auszuspionieren. Der angeklagte 30-Jährige hat über seine Anwälte erklären lassen, dass er die Frau nicht erschossen habe. Ansonsten schweigt er weitgehend in dem Verfahren.

Laut dem Richter könnte es sich um einen Auftragsmord handeln

Dass der 43-Jährige mit dem Verbrechen an der Frau etwas zu tun haben könnte, war von Verfahrensbeobachtern lange vermutet worden. Die Strafkammer sorgte zwischenzeitlich für einen Paukenschlag, indem der Vorsitzende Richter Michael Eberle darauf hinwies, dass es sich um einen Auftragsmord handeln könnte, hinter dem der frühere Partner stecken könnte. Der 43-Jährige war auch als Zeuge in dem Prozess geladen, hatte aber zu verschiedenen Fragen keine Angaben gemacht.

Quelle: dpa

 

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