Münchner Oberbürgermeister

Expertin: Reiters Schritt wirkt nicht glaubwürdig

11. März 2026 , 11:16 Uhr

Dieter Reiter räumt nach Verlusten bei der Kommunalwahl beim FC Bayern das Feld. So will er verlorenes Vertrauen für die Stichwahl zurückgewinnen. Politikwissenschaftlerin Münch hat da ihre Zweifel.

Die Notbremse von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) beim FC Bayern München wirkt aus Sicht von Politikwissenschaftlerin Ursula Münch nicht glaubwürdig. «Mich überzeugt es nicht», sagte die Leiterin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing der Deutschen Presse-Agentur in München. Es blieben Zweifel an der Glaubwürdigkeit, da die Entscheidung, seine Posten bei dem Fußballverein niederzulegen, zu spät komme. Der Schritt wirke «verschleppt», weil es jetzt nicht mehr anders gehe.

Münch sieht bei Reiter Folge von Kommunikationsfehlern 

Für Münch rutsche Reiter nun von einem Kommunikationsfehler in den nächsten, da die klare Entscheidung ebenso wie die Entschuldigung zu lange habe auf sich warten lassen. Insofern habe sie Zweifel, dass die enttäuschten Anhänger Reiters dieser Schritt nun für die Stichwahl überzeugen werde.

Zuvor hatte Reiter infolge heftiger Kritik und einem enttäuschenden Ergebnis bei der Kommunalwahl seine Posten beim FC Bayern niedergelegt. «Das Vertrauen der Münchnerinnen und Münchner ist mir wichtiger als Mandate oder Vergütungen. Ich hoffe sehr, dass das durch diese Entscheidung deutlich wird», begründete der 67-Jährige seinen Schritt. «Eine Entscheidung, die mir als Bayernfan seit Kindheit definitiv nicht leicht gefallen ist.»

«Stichwahl ist absolut offen»

Am 22. März muss Reiter in München in einer Stichwahl gegen den Grünen-Kandidaten Dominik Krause antreten. Münch betonte, dass Reiter dabei immer noch der Favorit sei, er gehe mit Amtsbonus und einem Vorsprung aus dem ersten Wahlgang ins Rennen. Zudem könne man nicht davon ausgehen, dass die Wähler, die in der ersten Runde für andere Kandidaten, etwa den CSU-Bewerber Clemens Baumgärtner gestimmt hätten, nun «mit wehenden Fahnen» zu Krause und den Grünen wechselten. «Die Stichwahl ist absolut offen.»

Dass CSU-Chef Markus Söder nach der ersten Wahlrunde bewusst keine Wahlempfehlung für die CSU-Anhänger ausgesprochen habe, hält Münch für einen taktisch klugen wie richtigen Schritt. So umgehe er auch die Gefahr, dass seine eigene Glaubwürdigkeit leide, wenn sich der von ihm empfohlene Kandidat nicht durchsetzen würde.

Quelle: dpa

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