Fastnacht

Fastnachts-Gericht lädt Söder auf die närrische Anklagebank

06. Januar 2026 , 21:15 Uhr

Politischer Schlagabtausch mit Augenzwinkern: Das Stockacher Narrengericht stellt Markus Söder am «Schmotzigen Dunschtig» auf die Probe. Der CSU-Chef ist der diesjährige Beklagte.

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder steht im Februar vor einem ganz besonderen Tribunal: dem Stockacher Narrengericht. Der 58-Jährige muss sich in diesem Jahr als Beklagter behaupten, wie Narrenrichter Jürgen Koterzyna mitteilte.

Das rund 675 Jahre alte Hohe Grobgünstige Narrengericht zu Stocken im Kreis Konstanz gehört zu den Höhepunkten der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Schlagfertigkeit ist vor dem Fastnachts-Gericht gefragt. Denn die Beklagten müssen sich gegen nicht ganz ernst gemeinte Anklagepunkte verteidigen.

Social-Media-Star und «Meister der Selbstinszenierung»

Söder gelte als politischer Verwandlungskünstler, so die Narren. Er sei sowohl Landesvater mit strengem Blick als auch Social-Media-Star. Als «Meister der Selbstinszenierung» sei er wie gemacht für die Rolle des Beklagten. Entsprechend groß sei die Vorfreude auf einen Schlagabtausch im Gerichtssaal am 12. Februar.

Mit Söder stehe erst zum zweiten Mal nach Franz Josef Strauß (1979) ein amtierender bayerischer Ministerpräsident vor dem närrischen Tribunal. Strauß sei damals glimpflich davongekommen, so die Narren weiter. Zehn Tonnen Bier lautete das Urteil. Was dem aktuellen CSU-Chef blüht, ist noch offen.

Auch darum wurde Söder gewählt

Dem Gremium sei die Wahl in diesem Jahr nicht leicht gefallen. Mit Blick auf den baden-württembergischen Landtagswahlkampf habe man sich bewusst für einen «neutralen Kandidaten» entschieden – denn wählen werde Söder am 8. März im Südwesten niemand.

Zuletzt musste sich Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) als Beklagte verantworten. Der Prozess findet immer am sogenannten «Schmotzigen Dunschtig» vor Publikum statt, also dem Donnerstag vor Rosenmontag. Auf der Anklagebank der Institution saßen auch schon Angela Merkel (CDU), Wolfgang Kubicki (FDP) und Karl Lauterbach (SPD).

Quelle: dpa

 

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