Der Bürgermeister der Kulmbacher Partnerstadt Bursa wurde festgenommen. Die Stadt Kulmbach reagiert besorgt auf die Nachricht aus der Türkei. Die Festnahme von Mustafa Bozbey werfe Fragen zur Transparenz und zur Verlässlichkeit rechtsstaatlicher Abläufe auf, heißt es. Bozbey gehört der sozialdemokratischen Partei CHP an. Er wurde mit 50 weiteren Personen festgenommen. Ihnen wird laut Medienberichten unter anderem Korruption und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.
Es sei von zentraler Bedeutung, dass demokratisch legitimierte Amtsträger ihre Aufgaben frei und ohne politischen Druck ausüben können, so OB Ingo Lehmann. Eingriffe, die diesen Grundsatz infrage stellen, würden das Vertrauen in die Demokratie untergraben.
Auch der Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums in Kulmbach, Alexander Battistella, reagiert besorgt auf die Nachricht. Das BSZ ist eine tragende Säule der Städtepartnerschaft, da die Schule seit über 40 Jahren durch einen engen Austausch mit Bursa verbunden ist. Trotz der schwierigen Situation ist es das Bestreben von Battistella die gewachsenen Brücken zu erhalten, damit sich die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Schulzentrums und die Jugendlichen aus Bursa weiterhin auf freundschaftlicher Augenhöhe begegnen können.
Bereits in jüngerer Vergangenheit haben vergleichbare Ereignisse in der Türkei, unter anderem im Zusammenhang mit Maßnahmen gegen den Istanbuler Bürgermeister und CHP-Politiker Ekrem İmamoğlu, bundesweit für Diskussionen gesorgt. Auch damals standen Vorwürfe im Raum, dass juristische Mittel zur politischen Einflussnahme genutzt worden sein könnten.