Konflikt mit Huthi im Jemen

Frankreichs Militär will Ölhafen in Saudi-Arabien schützen

25. September 2026 , 04:59 Uhr

Soldaten, Radaranlagen und Verteidigungssysteme: Damit will Frankreich eine für den Weltmarkt bedeutende Öleinrichtung in Saudi-Arabien schützen. Das soll helfen, die Spritpreise wieder zu drücken.

Um die Versorgung des Weltmarktes mit Öl aus Saudi-Arabien zu unterstützen, wird Frankreichs Militär ein wichtiges Ölterminal des Königreichs am Roten Meer schützen. Dafür würden Soldaten, Radarsysteme und Systeme zur Verteidigung in die Hafenstadt Yanbu geschickt, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron den Sendern TF1 und France 2. Die Gespräche dazu mit Saudi-Arabien seien gestern abgeschlossen worden, sagte er in dem am Abend veröffentlichten Interview. 

Saudi-Arabien war vor dem Iran-Krieg hinter den USA der zweitgrößte Ölproduzent und wichtigste Exporteur des Rohstoffs, der für die Weltwirtschaft von zentraler Bedeutung ist. Die wichtige Ost-West-Pipeline bringt unter Umgehung der faktisch blockierten Straße von Hormus große Mengen Öl von der Ostküste des Landes am Persischen Golf zur Verschiffung nach Yanbu am westlich gelegenen Roten Meer.

Die 1.200 Kilometer langen Röhren wurden nach Angriffen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz aus dem Nachbarland Jemen vor rund zwei Wochen vorsorglich stillgelegt. Inzwischen soll laut Medienberichten wieder Öl durch die Pipeline fließen – allerdings wegen der Angriffsschäden deutlich weniger als zuvor. Die maximale Kapazität liegt bei bis zu sieben Millionen Barrel pro Tag. 

Macron sagte, die Einrichtungen in Yanbu seien bei den Huthi-Angriffen «stark beschädigt» worden. Frankreich wolle sich nicht an einem Konflikt beteiligen, es gehe lediglich um den Schutz des wichtigen Ölterminals in Yanbu. 

Macron: Stabilisierung von Yanbu wird Spritpreise drücken

Täglich könnten über Yanbu fünf Millionen Barrel (Fässer zu je 159 Liter) Rohöl verladen werden, sagte Macron. Eine solche Menge habe direkte Auswirkungen auf den Spritpreis. Wenn sich die Lage dort entspanne, werde man das zwei Tage später auch an niedrigeren Preisen an der Tankstelle merken, argumentierte er. Macron steht innenpolitisch wegen der hohen Spritpreise unter Druck – ebenso wie US-Präsident Donald Trump, der von Verbündeten der USA mehr Engagement in der Region einfordert.

Macron machte in dem Interview keine genauen Angaben zur Zahl der französischen Soldaten, die nach Saudi-Arabien entsandt werden sollen. Auch präzisierte er nicht, welche militärischen Systeme dorthin entsandt werden sollen. Seine Erwähnung von Radareinrichtungen legt die Vermutung nahe, dass es bei dem Einsatz vornehmlich um Luftabwehr gehen dürfte, um mögliche Angriffe der Huthi mit Drohnen oder ballistischen Raketen abzuwehren. Auch Großbritannien hatte Saudi-Arabien kürzlich defensive Militärhilfe im Kampf gegen die Huthi zugesagt – in Form von Flugzeugen zur Luftbetankung.

Auf Nachfrage der Journalisten, ob auch ein Einsatz französischer Kampfflugzeuge geplant sei, antwortete Macron, das sei aktuell nicht vorgesehen. «Wir werden die Entwicklung beobachten und dann nach Bedarf» handeln, sagte er. Frankreich verfüge in der Region über Kampfflugzeuge. 

Huthi-Rebellen gefährden Ölexporte nach Asien 

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar und der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus durch iranische Drohungen und Angriffe auf Schiffe versucht Saudi-Arabien mit Hilfe der Pipeline einen noch größeren Einbruch seiner Ölexporte zu verhindern. Inzwischen ist aber auch die wichtigste Alternativroute für Exporte übers Rote Meer teils gefährdet.

Nach dem jüngsten Vormarsch der Huthi kontrolliert die schiitische Miliz die Küste des Jemens am Roten Meer und strategisch wichtige Inseln. Damit können die Huthi leichter saudische Schiffe am Durchfahren der Meerenge Bab al-Mandab am südlichen Ausgang des Roten Meeres hindern, die für Exporte nach Asien passiert werden muss. Saudi-Arabiens Exportroute über das nördliche Rote Meer und den Suez-Kanal in Richtung Europa hingegen ist aktuell uneingeschränkt nutzbar. 

Huthi gehören zu Teherans «Achse des Widerstands»

Im Zuge des Iran-Kriegs ist auch der seit Jahren andauernde Konflikt im Jemen erneut aufgeflammt. Die dortige Regierung, die von Saudi-Arabien und anderen Verbündeten unterstützt wird, kämpft zusammen mit regierungstreuen Kräften gegen die Huthi. Die islamistischen Rebellen gehören – ähnlich wie die Hisbollah im Libanon und die Hamas im Gazastreifen – zur iranischen «Achse des Widerstands», einem regionalen Netzwerk aus Milizen, die vom Iran mit Waffen, Technologie, Fachwissen und Geld unterstützt werden.

Quelle: dpa

 

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