In der Diskussion um die Sparpläne zur Gesundheitsreform melden sich jetzt auch Kulmbacher Experten zu Wort – und üben zum Teil heftige Kritik. Sowohl die Vorsitzende des oberfränkischen Hausärzteverbandes, Anja Tischer aus Thurnau, als auch der Kulmbacher Notfallexperte Frank Wilzok bezeichnen die Pläne als „gefährlich“ und „in der Form nicht umsetzbar“.
(Tischer): Die Pläne sind weder ein Anreiz mehr zu machen, noch ein Anreiz für junge Kollegen und Kolleginnen sich niederzulassen. Das heißt, wir befürchten, dass es immer weniger Termine auch bei den Hausärzten gibt.
(Wilzok): Jeder, der die Hand hebt und diese Reform, wie sie jetzt vorliegt, eins zu eins verabschiedet, muss sich im Klaren darüber sein, dass es Menschenleben gefährden und im schlimmsten Fall sogar kosten wird.
Im Kern sieht die Reform Kürzungen und Einsparungen z.B. bei den Fixkosten der Hausärzte oder auch den Ausgaben in der Notfallrettung vor. Dies könnte, so Tischer und Wilzok, in vielen Bereichen dazu führen, dass Angebote gestrichen, Arztpraxen geschlossen und Einsätze nicht durchgeführt werden.
Man sperre sich nicht generell gegen Sparmaßnahmen, diese müssten jedoch sinnvoll und durchdacht sein, so die beiden Experten.