Krieg im Nahen Osten

Festsitzende Touristen: Erstes Flugzeug aus Dubai unterwegs

03. März 2026 , 10:49 Uhr

Tausende Urlauber sitzen im Nahen Osten fest. Reiseveranstalter und Regierung planen Rückholflüge. Ein erstes Emirates-Flugzeug ist auf dem Weg nach Frankfurt. Was Betroffene vor Ort beachten sollten.

Zehntausende Urlauber sitzen in der Nahost-Krisenregion fest – jetzt läuft der Flugverkehr zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Deutschland langsam wieder an. Ein erstes Flugzeug der emiratischen Airline Emirates ist von Dubai nach Frankfurt am Main unterwegs, wie eine Sprecherin der Flughafenbetreibergesellschaft Fraport am Morgen sagte: «Die Emirates ist in der Luft und kommt hier an.» Laut der Online-Anzeige wurde die Maschine für den frühen Nachmittag erwartet.

Die Vereinigten Arabischen Emirate bieten nach den Stornierungen der vergangenen Tage Sonderflüge für gestrandete Passagiere an. Emirates erklärte, zunächst Reisende mit bestehenden Buchungen bevorzugt zu berücksichtigen. Umgebuchte Kundinnen und Kunden würden direkt informiert.

Erste Rückholflüge für Urlauber geplant

Gleichzeitig arbeiten deutsche Reiseveranstalter und die Bundesregierung an der Rückreise festsitzender Urlauber. Aus Sicht der Branche kommt es vor allem darauf an, die Menschen vor Ort erreichbar zu halten und verlässlich zu informieren: «Es geht darum, die Gäste zu beruhigen, Sachlichkeit, transparente Kommunikation mit ihnen zu haben, damit eben keine Panik ausbricht», sagte Anke Budde, Präsidentin der Allianz Selbstständiger Reiseunternehmen, im rbb-Inforadio. Derzeit werde ein großer Aufwand betrieben, um Reisende aus der Region wieder nach Hause zu holen. Zugleich warnte sie vor wirtschaftlichen Folgen, da mit Dubai und Doha wichtige internationale Drehkreuze ausfallen könnten. «Es herrscht eine große Unsicherheit.»

Tui plant Rückholung von Urlaubern

Der Reisekonzern Tui rechnet damit, seine im Nahen Osten festsitzenden Kunden binnen einiger Tage zurückzuholen. Geplant sei, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland zurückzubringen, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel bei n-tv. «Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können», sagte Ebel. Erste Maschinen seien nach München vorgesehen. Zudem stünden eigene Tui-Fly-Flugzeuge bereit, «sobald wir die Erlaubnis bekommen».

Ebel zufolge steht Tui mit nahezu allen Betroffenen in Kontakt. «Wir sind mit fast 100 Prozent der Gäste über die App in Kontakt», sagte er. Wie lange die Rückholung dauere, hänge von der Sicherheitslage ab. «Das ist heute seriös nicht genau vorherzusagen.» Er rechne aber mit «einigen Tagen».

Reiseverband warnt: nicht auf eigene Faust handeln

Auch der Deutsche Reiseverband (DRV) setzt auf enge Abstimmung mit Behörden. «Die Sicherheit der Reisenden und der Partner vor Ort hat stets oberste Priorität», sagte DRV-Sprecher Thorsten Schäfer im Deutschlandfunk. Solange Lufträume gesperrt seien, gebe es «keine Möglichkeit, Flüge anzubieten». Man stehe «im ständigen Kontakt mit den lokalen Partnern, mit den Sicherheitsbehörden und mit dem Auswärtigen Amt». Pauschalreisende seien in ihren Hotels untergebracht – das sei «der Vorteil der Pauschalreise». Schäfer bekräftigte die Empfehlung des Auswärtigen Amts, «im Hotel zu bleiben und sich nicht auf eigene Faust in ein anderes Land oder zum Flughafen zu begeben».

Auswärtiges Amt will Chartermaschinen schicken

Das Auswärtige Amt bereitet nach Angaben von Außenminister Johann Wadephul die Rückholung besonders schutzbedürftiger Personen aus der Region vor. Geplant sind demnach gecharterte Maschinen in die Hauptstädte Riad (Saudi-Arabien) und Maskat (Oman). Grundsätzlich sieht die Bundesregierung jedoch Reiseveranstalter und Fluglinien in der Pflicht, ihre Kunden zurückzubringen. 

Das Bereitstellen von Flügen für besonders vulnerable Gruppen sei «das Mittel zweiter Wahl», sagte Wadephul. «An allererster Stelle müssen natürlich die Reiseverkehrsunternehmen hier eintreten. Und an dritter Stelle, wenn all das nicht reichen sollte, dann würden wir gegebenenfalls auf die Bundeswehr zurückgreifen.» Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums hatte zuvor erklärt, die Bundeswehr sei «wirklich das letzte Mittel der Wahl».

Nach Angaben des DRV sind derzeit allein rund 30.000 Kunden deutscher Reiseveranstalter betroffen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts nannte dies «eine einigermaßen verlässliche Größe». Seit der jüngsten Eskalation sitzen Zehntausende fest – weil Lufträume geschlossen wurden oder Flughäfen in der Region als Drehkreuze ausfallen.

Quelle: dpa

 

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