Energiepolitik

Grüne: Bayern muss bei Energie unabhängiger werden

18. Mai 2026 , 04:00 Uhr

Bayern importiert jedes Jahr Öl und Gas im Milliardenwert. Das ginge auch anders, argumentieren die Grünen. Und haben dafür ein paar Ideen.

Die Landtags-Grünen fordern mehr Energie Made in Bayern, um den Freistaat rasch unabhängiger von Öl und Gas zu machen. Konkret plädieren sie in einem neuen Antragspaket für den Landtag unter anderem für sogenannte Wasserstoffsprinterkraftwerke: Die Staatsregierung soll sich dafür einsetzen, dass solche Kraftwerke ausgeschrieben werden, und dann dafür sorgen, dass möglichst das erste davon nach Bayern kommt.

Dabei handelt es sich um Kraftwerke, die Strom aus erneuerbarem Wasserstoff produzieren sollen – und die relativ schnell ans Netz gehen sollen, weil etwa eine Anbindung an eine bestehende Wasserstoffinfrastruktur gegeben ist, an einen Wasserstoffspeicher, ein regionales Netz oder einen Wasserstoff-Cluster, oder weil an dem Standort eine Importmöglichkeit für Wasserstoff gegeben ist. Zudem sollen sie schnell hochgefahren werden können, quasi als Backup, wenn erneuerbare Energien wie Wind und Sonne nicht ausreichend verfügbar sind.

Grünen-Fraktionschefin: Söder muss Ruder in die Hand nehmen 

Zudem fordern die Grünen mehr Stromspeicherkapazitäten in Bayern. Noch immer gehe in Bayern wertvoller Sonnen- und Windstrom verloren, weil Anlagen aus Netzgründen abgeregelt werden. Unter anderem brauche es eine stärkere Förderungen für die Nachrüstung von Speichern. Und schließlich warnen die Grünen den Bund vor Rückschritten bei der Ausschreibung von Biogasanlagen.

«Allein im vergangenen Jahr hat Bayern für Öl- und Gasimporte rund 6,5 Milliarden Euro ins Ausland überwiesen – Geld, das wir dringend in unsere Energieunabhängigkeit investieren sollten», sagte Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) müsse nun «das Ruder in die Hand nehmen und sowohl hier vor Ort als auch in Berlin für die Energiezukunft des Freistaats kämpfen», forderte sie.

Der Sprecher für Energie und Klimaschutz der Grünen-Fraktion, Martin Stümpfig, sagte: «Wir zeigen einen besseren Weg für Bayern auf: Grüner Wasserstoff für die Industrie, Batteriespeicher für überschüssigen Strom aus Sonne und Wind und Biogas als Reserve für Dunkelflauten. Das sind echte Freiheitsenergien – sauber, bezahlbar und unabhängig von fossilen Importen.» Wer Versorgungssicherheit wolle, müsse endlich in die Energie von morgen investieren, nicht Milliarden in die Abhängigkeiten von gestern stecken.

Quelle: dpa

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