Hohe Welle um Ehrung für AfD-Politiker: künftig soll genauer hingeschaut werden

12. Juni 2026 , 08:15 Uhr

Die CSU im Oberfränkischen Bezirkstag will in Zukunft genauer hinschauen, wem sie einen Preis verleiht. Die Kandidaten für Ehrungen sollten künftig genauer durchleuchtet werden, sagt zumindest der Landrat von Lichtenfels, CSU-Bezirksrat Christian Meißner dem Bayerischen Rundfunk.

Es geht um die Ehrenmedaille des Bezirks Oberfranken für den 75-jährigen Michael Genniges aus Bamberg. Als Buchhändler und Kulturschaffender hatte er den Preis bekommen. Allerdings ist er auch AfD-Fraktionsvorsitzender im Bamberger Kreistag und wurde von der AfD vorgeschlagen.
Wegen seines politischen Engagements rechtsaußen war er Anfang der 2000er Jahre von der Deutsch-Israelischen Gemeinschaft in Bamberg als Vorsitzender abgewählt worden. Die DIG schreibt, wer heute einen aktiven AfD-Politiker wie Michael Genniges öffentlich ehre, normalisiere eine Partei, die Demokratie, Pluralismus und den Schutz von Minderheiten grundsätzlich in Frage stellt.

Der Bezirk Oberfranken hatte Genniges als wichtigen Impulsgeber für Literatur, Dialog und gesellschaftlichen Zusammenhalt geehrt. Die Grünen in Oberfranken warnen vor einer Normalisierung von Rechtsextremen. Grünen-Bezirksrätin Dagmar Keis-Lechner aus Kulmbach macht deutlich, sie habe fünf Minuten online-Recherche gebraucht, um zu erkennen, dass sie der Ehrung nicht zustimmen könne.

Bezirk Ehrenmedaille WElle

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