Geheimprojekt

IAEA-Chef: Assads Reaktor war für Atomwaffen konfiguriert

07. September 2026 , 14:28 Uhr

Die geheime Anlage wurde einst von Israel bombardiert und ging nie in Betrieb. Nun wird die nukleare Vergangenheit der Assad-Ära aufgearbeitet. Wie UN-Atomwächter das frühere Nuklearprogramm bewerten.

Eine geheime syrische Anlage aus der Regierungszeit des früheren Präsidenten Baschar al-Assad war nach Angaben des obersten UN-Atomwächters für Atomwaffen konfiguriert. Er urteile zwar nicht über die früheren Absichten Syriens, sagte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi. Doch er wies darauf hin, dass ein nie fertiggestellter Reaktor für die effiziente Produktion für Material ausgelegt gewesen sei, das «direkt für die Herstellung von Nuklearwaffen» tauglich gewesen wäre.

Die IAEA arbeitet derzeit zusammen mit der aktuellen Regierung in Damaskus das frühere Atomprogramm auf. Zuletzt haben IAEA-Fachleute tonnenweise geheime Bestände an Uran und Reaktorbrennstäben aus der Ära Assad in Syrien sichergestellt.

Israel hatte 2007 die Baustelle für den beinahe fertiggestellten Kernreaktor angegriffen und zerstört. Bereits 2011 war die IAEA zum Schluss gekommen, dass diese Anlage Ähnlichkeiten mit einem Reaktor im Atomwaffen-Staat Nordkorea aufweise. Ob die syrische Anlage für ein militärisches Nuklearprogramm tauglich war, hatte die IAEA damals nicht dezidiert erklärt. Die frühere syrische Führung hatte solche Absichten bestritten.

IAEA-Chef rät auch dem Iran zu Transparenz

Während die aktuelle syrische Regierung das frühere Atomprogramm offengelegt hat, blockiert die Führung des Iran seit Monaten die Zusammenarbeit mit der IAEA. Unter anderem erhalten IAEA-Fachleute keine Erklärungen zu früheren iranischen Atomanlagen, deren Zweck noch immer ungeklärt ist.

Syrien und der Iran seien zwar zwei verschiedene Fälle, sagte Grossi. Doch wies er darauf hin, dass die transparente Haltung Syriens seit dem Sturz Assads auch dabei helfe, Beziehungen mit anderen Staaten wieder aufzubauen. «Das sollte vielleicht auch andernorts zu denken geben», sagte Grossi mit Blick auf Teheran.

Quelle: dpa

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