Landkarte

Island als Teil der USA? US-Botschafter einbestellt

08. September 2026 , 13:27 Uhr

Immer wieder kokettiert der US-Präsident damit, sich andere Länder oder Inseln einverleiben zu wollen. Zuletzt postete er eine umstrittene Nordamerika-Landkarte. In Island sorgt das für Protest.

Mit einer auf der Plattform Truth Social geteilten umstrittenen Nordamerika-Landkarte sorgt US-Präsident Donald Trump auch in Island für Aufruhr. Die Außenministerin des Landes, Thorgerdur Katrin Gunnarsdottir, bestellte am Montag den US-Botschafter ein, wie ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Dabei habe man «unmissverständlich» deutlich gemacht, «dass das Bild völlig unangebracht sei».

Trump provozierte am Montag mit einer Nordamerika-Landkarte, die unter anderem Kanada, Grönland, Mexiko, Kuba und Island unter der US-Flagge zeigt. Darauf prangt nur ein Ländername: Vereinigte Staaten von Amerika. Die Karte selbst kommentierte Trump nicht. 

Der Republikaner kokettiert immer wieder mit dem Wunsch, sich andere Länder und Inseln einzuverleiben. Im Falle von Kanada hatte er anklingen lassen, dass das Nachbarland der 51. Bundesstaat der USA werden könnte. Grönland will er kaufen und argumentiert, nur die USA könnten die zu Dänemark gehörende Insel gegen Begehrlichkeiten beispielsweise aus Russland oder China verteidigen.

Auch in Mexiko sorgte die Grafik für Entrüstung. Präsidentin Claudia Sheinbaum schrieb auf der Plattform X, dass ihr Land weder eine Kolonie noch ein Protektorat eines fremden Landes sei oder jemals sein werde. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärte der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge, dass die Grönländer immer wieder deutlich gemacht hätten, nicht Teil der Vereinigten Staaten sein zu wollen. Diese Botschaft bekräftige man weiter.

Quelle: dpa

 

Dänemark Diplomatie Geografie Grönland Island Kanada Kuba Mexiko Regierung USA

Das könnte Dich auch interessieren

07.09.2026 Botschaft an Trump: EU baut Zusammenarbeit mit Grönland aus Die EU will bis Ende 2027 weitere 200 Millionen Euro in Grönland investieren. Damit setzt sie auch ein Zeichen gegen anhaltende US-Kontrollansprüche. Nun stellt sich die Frage, ob das hilft. 06.09.2026 Von der Leyen trifft zu brisantem Besuch in Grönland ein US-Präsident Donald Trump macht keine Anstalten, seine Ansprüche auf Grönland aufzugeben. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will nun mit einem Besuch ein Zeichen setzen. 30.08.2026 Kanada versus Trump: Lake Ontario - für jetzt und für immer Doug Ford, Regierungschef der kanadischen Provinz Ontario, gilt nicht als Freund von US-Präsident Donald Trump. Im Streit über den Namen eines Grenzsees posiert er vor einem vielsagenden Schild. 28.08.2026 «Lake America»: Warum Trump einen Grenzsee umbenennt Trump ärgert sich über das Nachbarland Kanada und treibt den Zollstreit voran. Jetzt setzt er ein symbolträchtiges Zeichen und nutzt wieder einmal die Macht von Namen.