Im Museum Naila befindet sich jetzt ein neues Ausstellungsstück, das die spektakuläre Ballonflucht über die ehemalige innerdeutsche Grenze möglich gemacht hat: Die baugleiche Nähmaschine zu der, mit der die Familien Wetzel und Strelzyk die Hülle des Heißluftballons genäht hatten, mit dem ihnen 1979 die Flucht aus der DDR gelungen ist. Es handelt sich dabei um eine mechanische Gritzner Rundschiff-Nähmaschine aus den 20er Jahren.
Die Original-Nähmaschine haben die beiden Familien logischerweise in der DDR zurücklassen müssen. Von ihr existiert allerdings ein Foto, das ebenfalls im Museum in Naila ausgestellt ist. Auch dieses historische Foto hat eine Bedeutung: Es sollte als Beweis für die Fluchtvorbereitungen dienen. Wären die Strelzyks und Wetzels aufgeflogen, hätten sie von der Bundesrepublik Deutschland als politische Häftlinge einen Freikauf von der DDR ersucht. Mit der Nähmaschine gibt es es jetzt also ein weiteres Zeitzeugnis für die Ballonflucht, die bei Naila ihr glückliches Ende gefunden hat.