Pferdesport

Noch eine WM-Medaille für Rekordreiterin Werth

15. August 2026 , 22:54 Uhr

Isabell Werth jubelt vor 40.000 Fans: Nach einer schwungvollen Kür mit Wendy holt die Rekordreiterin ihre vierzehnte WM-Medaille. Auch in der Vielseitigkeit winken am Sonntag zwei Medaillen.

Isabell Werth hat ihre eindrucksvolle Medaillen-Sammlung noch einmal erweitert. Die Dressur-Legende gewann bei der Reit-WM in Aachen mit der Stute Wendy in der Kür Bronze. Für die 57 Jahre alte Reiterin war es die vierzehnte WM-Medaille, zehn davon sind aus Gold. Der Sieg ging an Charlotte Fry aus Großbritannien im Sattel von Glamourdale.

Werth musste als letzte Starterin in das mit 40.000 Menschen gefüllte Stadion reiten. Mit Wendy zeigte sie eine schwungvolle Vorstellung. Das Stadion tobte, als Werth nach dem Ritt die Faust ballte und aus dem Stadion ritt. «Wer nichts wagt, der nicht gewinnt», lautete ihr erster Kommentar.

Die Titelverteidigerin aus Großbritannien gewann wie am Vortag im Grand Prix Special vor der Dänin Cathrine Laudrup-Dufour mit Freestyle. Platz vier ging an den Belgier Justin Verboomen mit Zonik.

Die Bronze-Gewinnerin verzichtete

Der deutsche WM-Neuling Raphael Netz ritt mit Camelot auf Platz acht. Frederic Wandres kam mit Bluetooth in der Kür auf Rang 15. Katharina Hemmer hatte nach Einzel-Bronze im Grand Prix Special auf die Chance verzichtet, eine weitere Dressur-Medaille zu gewinnen, und trat nicht an. «Wir hatten dieses Jahr eine kurze Verletzungspause», sagte Hemmer. 

Deshalb war sie bei der deutschen Meisterschaft in Balve «nicht in der Lage, unsere Kür zu zeigen, und auch nicht beim Nationenpreis in Hagen. Dementsprechend ist es nicht so vorbereitet, wie ich es gerne hätte, um hier bei einer Weltmeisterschaft eine Kür zu zeigen.»

Weitere Chance auf Medaillen

Am Sonntag winken weitere Pferdesport-Medaillen für die deutsche Delegation in Aachen. Für das deutsche Vielseitigkeits-Team ist nach einem furiosen Ritt von Michael Jung die Mannschafts-Medaille zum Greifen nah – Jung selbst stürmte in der Einzelwertung auf Platz eins.

Vor dem abschließenden Springen liegt das Gastgeber-Quartett weiter auf Platz zwei. Im Gelände verteidigte die britische Mannschaft ihre Führung vor Deutschland. 

«Ein unglaubliches Pferd»

Jung zeigte eine starke Leistung mit Chipmunk und reckte die Faust in den Himmel, als er ins Ziel kam. Der dreimalige Einzel-Olympiasieger schwärmte von seinem Pferd: «Er war so kraftvoll. Er kämpft, er galoppiert – ein unglaubliches Pferd!» Mit seinem Erfolgspferd schien Jung über die 24 Hindernisse zu fliegen.

In der Einzelwertung fiel die nach der Dressur führende Julia Krajewski auf Platz 20 zurück. Die Olympiasiegerin von Tokio wählte auf der 5,6 Kilometer langen Strecke einmal einen sichereren, aber längeren Weg und überschritt mit Nickel die erlaubte Zeit von 9:50 Minuten deutlich. «Da bin ich ein bisschen enttäuscht», sagte Krajewski über die Zeitfehler.

Nicht das letzte Risiko gegangen

Über der erlaubten Zeit blieb auch Malin Hansen-Hotopp mit Carlitos Quidditch. «Ich bin nicht das letzte Risiko gegangen, sondern sicher für das Team geritten», kommentierte die WM-Debütantin. Hansen-Hotopp war glücklich, weil der Plan aufging, obwohl ihr Pferd einmal weggerutscht war. Begeistert war sie von der Atmosphäre: «Es war wahnsinnig laut, echt geil!»

Ähnlich sah es auch Libussa Lübbeke, die mit Caramia das Streichergebnis lieferte, weil nur die besten drei Ergebnisse jedes Quartetts zählen. «Es hat riesig viel Spaß gemacht mit den Leuten, die einen anfeuern», sagte die Reiterin zu ihrer WM-Premiere im Gelände.

Bei dem rund sechsstündigen Wettkampf gab es mehrere Stürze. Nach ersten Erkenntnissen blieben alle Reiter und Pferde unverletzt. Der Geländeritt ist der Kern der Vielseitigkeit, die aus drei Teilprüfungen besteht. Er birgt aber das Risiko von Stürzen.

Quelle: dpa

 

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