Nächster Schreck für Fans

Keine Abzocke? Preis für WM-Zugfahrt in New York explodiert

18. April 2026 , 11:29 Uhr

127 Euro für die Bahnfahrt zum WM-Finalstadion in New Jersey: Fans müssen tief in die Tasche greifen. Die FIFA lehnt eine Kostenübernahme ab.

Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft erwartet bei der WM eine weitere Kosten-Explosion. Der Preis für die Zugfahrt von New York zum WM-Stadion in New Jersey, in dem die DFB-Auswahl ihr drittes Gruppenspiel bestreitet, steigt während des Turniers um rund das Zwölffache. Statt wie üblich 12,90 Dollar für die Hin- und Rückfahrt verlangt die Betreibergesellschaft 150 Dollar für den Trip, das sind umgerechnet 127 Euro. 

«Das ist keine Preisabzocke. Wir versuchen buchstäblich, unsere Kosten zu decken», sagte Geschäftsführer Kris Kolluri von NJ Transit. Die Organisation des Transports der Fußballfans werde rund 62 Millionen Dollar kosten, davon seien durch Zuschüsse nur 14 Millionen gedeckt. Den Rest müsse sich das Nahverkehrs-Unternehmen von den rund 40.000 Fans holen, die voraussichtlich zu jeder Partie per Bahn zum Stadion fahren.

Mit dem eigenen Auto anzureisen, dürfte für die meisten keine Alternative sein. Es gibt während der WM kaum öffentliche Parkplätze am Stadion. Auch Shuttlebusse sind teuer. In der Arena in East Rutherford werden acht WM-Partien ausgetragen, darunter auch das Finale am 19. Juli. 

FIFA-Kritik: Fahrpreise sind «willkürlich festgelegt»

New Jerseys Gouverneurin Mikie Sherrill fordert den Weltverband FIFA auf, die Kosten für den Fantransport zu übernehmen. «Wenn dies nicht geschieht, werden wir die Inhaber von WM-Tickets nicht auf Kosten der Einwohner von New Jersey subventionieren, die täglich auf NJ Transit angewiesen sind», teilte die Politikerin der Demokraten mit. 

Die FIFA lehnte dies in einer ersten Reaktion ab. Keine andere internationale Veranstaltung müsse die Kosten für «willkürlich festgelegte» Fahrpreise übernehmen, hieß es in einer Stellungnahme. Die hohen Preise würden die Fans nach Alternativen suchen lassen und die Sorge vor Staus und verspäteten Ankünften im Stadion erhöhen.

Fans fühlen sich nicht willkommen

Zudem verwies die FIFA darauf, dass die meisten anderen Gastgeberstädte in den USA ihre Preise für den Nahverkehr nicht erhöhen würden. In Boston allerdings wurden die Gebühren für die Fahrt zum WM-Stadion vervierfacht.

Thomas Concannon, Vertreter der englischen Fan-Organisation FSA, sagte mit Blick auf die Preise: «Eigentlich sollte man Fans aus aller Welt willkommen heißen. Und ich glaube, im Moment könnten sich die Fans kaum weniger willkommen fühlen.» Das englische Team spielt am 27. Juni gegen Panama in New Jersey. Zwei Tage zuvor tritt die deutsche Mannschaft dort auf Ecuador.

Quelle: dpa

 

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