Missbrauchsprozess

Kind von den Philippinen per Livestream missbraucht

19. Juni 2026 , 17:06 Uhr

Ein Mann aus Erlangen soll den Missbrauch eines Mädchens angewiesen und teils live via Internet mitverfolgt haben. Jetzt muss er vor Gericht.

Nach dem mutmaßlichen Missbrauch eines Mädchens auf den Philippinen per Livestream beginnt am 7. Juli der Prozess am Landgericht Nürnberg-Fürth. Das teilte das Gericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Der Mann aus Mittelfranken soll das damals zwischen acht und elf Jahre alte Kind drei Jahre lang schwer sexuell missbraucht haben – indem er die Misshandlungen per Livestream beobachtet und zum Teil angewiesen haben soll. 

Die Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hatte Anklage gegen den 53-Jährigen erhoben. Demnach soll er unter anderem von Deutschland aus bei der Mutter des Kindes den Missbrauch in Auftrag gegeben und die Taten gegen Geldzahlung an die Mutter übers Internet mitverfolgt und auch angeleitet haben.

Kriminalitätsphänomen Live-Streaming

Die Zentralstelle spricht vom internationalen Kriminalitätsphänomen des «Live-Streamings». Dabei werde der Missbrauch Minderjähriger im Ausland gegen Bezahlung live übertragen. Der Missbrauch finde meist in wirtschaftlich schwachen Ländern statt, während die Täter in der Regel aus westlichen Ländern stammten, schreibt die Behörde.

Quelle: dpa

Deutschland Kriminalität Philippinen Prozess (Gericht)

Das könnte Dich auch interessieren

25.06.2026 Streit um Aussageerlaubnis einer Polizistin im Block-Prozess Im Block-Prozess befragen die Verteidiger die Hauptermittlerin. Doch immer wieder stockt die Befragung, weil die Zeugin nichts zu parallelen Verfahren sagen darf. Das löst hitzige Diskussionen aus. 24.06.2026 BGH hebt Mordurteil mehr als 48 Jahre nach der Tat auf Vor Jahrzehnten wurde eine angehende Erzieherin nahe Schweinfurt getötet. Im vergangenen Jahr verurteilte ein Gericht einen ehemaligen US-Soldaten wegen Mordes. Der BGH dringt auf einen neuen Prozess. 24.06.2026 Bitte um Hilfe? Zeugin schildert Gespräch mit Block-Tochter Im Block-Prozess befragen die Anwälte die Hauptermittlerin der Hamburger Polizei weiter. Sie schildert eine Aussage der Tochter - die Verteidigung möchte das aber so nicht stehenlassen. 24.06.2026 «Ein Moment blinder Wut» - Prozess um Tod von Zugbegleiter Ein Schaffner stirbt, nachdem er von einem Schwarzfahrer angegriffen wird. Der Fall löst eine Debatte über mangelnde Sicherheit in Zügen aus. Im Gericht wendet sich der Angeklagte an die Familie.