Sie gehört zum Glück zu den seltenen Erkrankungen, ist aber die häufigste angeborene Stoffwechselstörung: die Phenylketonurie, kurz PKU. Sie ist genetisch bedingt und bisher nicht heilbar – aber behandelbar. Am 28. Juni, dem internationalen PKU-Tag, richtet sich der Blick weltweit auf die seltene, aber folgenreiche Stoffwechselstörung.
“Schon im Kindergarten wurde klar: Mein Kind ist anders.”
Bei Phenylketonurie – kurz PKU – kann ein Eiweißbaustein nicht ausreichend abgebaut werden, sondern reichert sich im Körper an. Das kann schwerwiegende Folgen für die geistige Entwicklung und Leistungsfähigkeit, das Verhalten, Konzentrationsfähigkeit und die mentale Gesundheit haben – und zwar in jedem Alter. Um negative Folgen zu vermeiden, müssen PKU-Patienten auf Eiweiß in der Nahrung verzichten und eine ganz spezielle Diät einhalten. Vera Herrmanns Sohn ist an PKU erkrankt, sie berichtet: “Schon im Kindergarten wurde klar: Mein Kind ist ‘anders’. Bei Kindergeburtstagen oder Ausflügen braucht es eigenes Essen und Aufklärung der Begleitpersonen. Das fühlt sich für Betroffene schnell unangenehm an und führt auch zu Ausgrenzung. Dazu kommen enorme Kosten für eiweißarme Spezialnahrung.”