Sieben Monate nach dem Fund der verwesten Leiche einer 14-Jährigen im Kofferraum eines Autos in der US-Metropole Los Angeles hat die Polizei den Musiker D4vd festgenommen. Nach Angaben des Los Angeles Police Department (LAPD) am Donnerstag (Ortszeit) steht der 21-Jährige unter Mordverdacht. Er werde ohne Möglichkeit auf Kaution festgehalten, teilte die Polizei auf der Plattform X mit.
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge war der Wagen auf David Burke, den bürgerlichen Namen des Sängers, zugelassen und wochenlang im öffentlichen Raum abgestellt. D4vd wurde mit den auf Tiktok viral gegangenen Songs «Romantic Homicide» (deutsch: romantisches Tötungsdelikt) und «Here with Me», die milliardenfach gestreamt wurden, international bekannt. 2025 lieferte er zudem die Hymne für das Videospiel «Fortnite».
Die Polizei teilte weiter mit, der Fall solle am Montag der Staatsanwaltschaft zur Prüfung einer Anklage vorgelegt werden. Weitere Details zu Ermittlungen oder Beweisen waren zunächst nicht bekannt, wie die «New York Times» berichtete.
Der Fall hatte bereits im September 2025 für Aufsehen gesorgt: Mitarbeiter eines Abschlepphofs in Hollywood alarmierten die Polizei wegen eines auffälligen fauligen Geruchs. In dem sichergestellten Fahrzeug, das zuvor als verlassen gemeldet worden war, fanden Ermittler im Kofferraum Leichenteile in schwarzen Säcken.
Wie der Sender NBC News unter Berufung auf Gerichtsunterlagen berichtete, befand sich der Körper in einem stark verwesten Zustand und dürfte bereits längere Zeit in dem Fahrzeug gelegen haben. Das Mädchen aus Lake Elsinore, rund 110 Kilometer südöstlich von Los Angeles, galt seit April 2024 als vermisst.
Der Sänger war bereits zuvor in den Fokus der Ermittler geraten, es folgte eine Grand-Jury-Untersuchung. Seine Anwälte wiesen nun laut übereinstimmenden Medienberichten die Vorwürfe zurück. Die tatsächlichen Beweise würden zeigen, dass Burke das Mädchen nicht ermordet habe und «nicht die Ursache ihres Todes war», hieß es. Es gebe bislang weder eine Anklage noch eine formelle Beschwerde, Burke sei lediglich unter Verdacht festgenommen worden. Seine Unschuld werde man «nachdrücklich verteidigen».
Quelle: dpa