ME/CFS-Erkrankung

Liegend-Demos in Bayern – Mehr Hilfe bei Krankheit gefordert

09. Mai 2026 , 18:41 Uhr

Auf der Straße liegend machen Betroffene, Angehörige und Unterstützende in Bayern auf die Lage von ME/CFS-Erkrankten aufmerksam. Sie fordern mehr Forschung und regionale Behandlungszentren.

In mehreren bayerischen Städten haben Menschen auf die schwere Krankheit ME/CFS aufmerksam gemacht. Mit den sogenannten Liegend-Demonstrationen wollten die Teilnehmer sichtbar machen, dass Menschen mit der schwerwiegenden Erkrankung oftmals ihr Bett nicht verlassen können und in der Gesellschaft deswegen wenig wahrgenommen würden. Die Teilnehmer fordern insbesondere mehr Forschung und die Einrichtung von regionalen Behandlungszentren für ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom).

Zu der Demonstration in Nürnberg kamen laut Polizei rund 80 Teilnehmende zusammen. Viele legten sich auf den Boden, um ein Zeichen zu setzen. Auf einem Plakat stand etwa «Wir brauchen Forschung, nicht Stigmatisierung», auf einem anderen Schild «ME/CFS = Wenn schon schlafen anstrengend ist.»

Zum Anlass des internationalen Tags zur Aufklärung über die Krankheit am 12. Mai waren Aktionen in ganz Deutschland angekündigt. In München beteiligten sich laut einem Polizeisprecher knapp 430 Menschen an einem Demonstrationszug, der mit einer Kundgebung im Liegen am Stachus endete. In Würzburg zählte die Polizei nach eigenen Angaben 15 Teilnehmende. Auch in Augsburg und Regensburg fanden Demonstrationen statt, die Teilnehmerzahlen sind laut Polizei jedoch nicht bekannt. Am 16. Mai ist eine weitere Demonstration in Schweinfurt vorgesehen.

Krankheit von bleierner körperlicher Schwäche geprägt

ME/CFS-Betroffene fühlen sich dauerhaft erschöpft und können an vielen weiteren Symptomen leiden, wie etwa starken Schmerzen unterschiedlicher Art. Die langwierige Krankheit wurde zuletzt vornehmlich als Langzeitfolge von Covid-19-Erkrankungen (Long Covid) bekannt, kann aber auch nach anderen Infektionen auftreten. Durch die Pandemie soll die Zahl der Betroffenen allerdings stark gestiegen sein.

Es handelt sich um eine komplexe Erkrankung, die unter anderem von bleierner körperlicher Schwäche und äußerst geringer Belastbarkeit geprägt ist. Typisch ist eine deutliche Verstärkung der Beschwerden schon nach geringer körperlicher oder geistiger Belastung. Viele Betroffene können sich kaum selbst versorgen. Eine überzeugende Therapie ist Experten zufolge bisher nicht gefunden.

Initiative berichtet von mehr als 600.000 Betroffenen

Meist wird die Erkrankung durch einen Infekt ausgelöst, oft geht sie in einen chronischen Zustand über und bleibt also dauerhaft bestehen. Schon junge Menschen können betroffen sein. Nach Angaben der Initiative #LiegendDemo sind inzwischen mehr als 600.000 Menschen in Deutschland an ME/CFS erkrankt. Gefordert werden eine bessere Medizinerausbildung, mehr Forschung und spezialisierte Kompetenzzentren. Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist Schirmherr der Initiative.

Quelle: dpa

 

Bayern Corona Covid-19 Demonstration Gesundheit Krankheit Pandemie

Das könnte Dich auch interessieren

08.05.2026 ME/CFS-Betroffene fordern endlich bessere Versorgung Kranke, die kaum aus dem Bett kommen, wollen sichtbar werden: Warum Patienten und Angehörige sich jetzt auf die Straßen legen wollen und was sich an der Versorgung dringend ändern muss. 15.05.2026 Hantavirus-Kontaktperson zur Quarantäne nach Hause gebracht Nach dem Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff «Hondius» wurden zwei Kontaktpersonen in einer Münchner Klinik isoliert betreut. Warum eine von ihnen jetzt nach Hause darf. 13.05.2026 AOK: Weniger Herzinfarkte in Bayern Eine Stadt sticht besonders positiv heraus. Zugleich zeichnen die Daten der Kasse bei anderen Krankheiten ein negativeres Bild. 13.05.2026 Was das Hantavirus von der Corona-Pandemie unterscheidet Nach mehreren Hantavirus-Infektionen auf einem Kreuzfahrtschiff sehen manche in sozialen Netzwerken den Ausbruch einer neuen Pandemie. Warum der Vergleich mit Corona überhaupt nicht passt.