Argentiniens Superstar

Ende der Messi-Ära im Nationalteam: «Tut in der Seele weh»

31. August 2026 , 18:35 Uhr

Die Schocknachricht für Argentinien: Lionel Messi tritt aus der Nationalmannschaft zurück. Der Weltfußball verliert auf internationaler Bühne seinen Superstar.

Drei handgeschriebene Zettel, auf einem liegt ein goldener Kugelschreiber. Und Worte, die Fans weltweit befürchtet hatten und die Fußball-Welt verändern werden: Lionel Messi tritt aus der argentinischen Nationalmannschaft zurück. «Es war eine Entscheidung, die mir in der Seele wehgetan hat und immer noch wehtut, aber ich verstehe, dass es an der Zeit ist», erklärte Messi. «Unendlichen Dank, Leo. Wir werden dich bis ans Ende unserer Tage lieben», postete die argentinische Nationalmannschaft.

 

Liebeserklärung seiner Ehefrau

Der 39 Jahre alte Superstar verkündete es rund sechs Wochen nach dem verlorenen WM-Finale. Er habe lange darüber nachgedacht. Messi veröffentlichte auch noch ein Video bei Instagram, das ihn bei seinen sechs WM-Teilnahmen zeigte.

Dazu postete er die argentinische Flagge und ein Herz. «Wir sind so stolz darauf, dich auf diesem Weg begleitet zu haben und zu sehen, wie du all deine Träume verwirklichst», schrieb Messis Ehefrau Antonela Roccuzzo: «Du hast diese Geschichte verdient – und noch viel mehr. Wir lieben dich unendlich.» Die beiden haben drei Söhne – alle spielen Fußball. 

«Messi und Argentinien, es ist vorbei»

«Danke, Leo. Du bist ewig», huldigte die argentinische Sportzeitung «Olé» umgehend dem achtmaligen Weltfußballer. «Eine Sensation in der Welt des Fußballs», schrieb Spaniens «Mundo deportivo». Auch in Frankreich, wo Messi für Paris Saint-Germain gespielt hatte, schlug die Nachricht ein. «Messi und Argentinien, es ist vorbei» schrieb «L’Équipe». 

Als wäre die Entscheidung nicht schon schwer genug gewesen, hatte der Tod seines Vaters Jorge mit nur 68 Jahren am 8. August Messi auch noch schwer getroffen. «Ich weiß nicht, was ich ohne dich tun soll, ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Ich habe doch nur Fußball gespielt, und jetzt habe ich ziemliche Zweifel, ob ich das noch lange weitermachen werde», hatte Messi geschrieben. 

Seinem Statement zum Karriereende in der Albiceleste fügte er hinzu: Er sei von den Worten, die er schon am 21. Juli und damit zwei Tage nach dem 0:1 in East Rutherford gegen Spanien verfasst hatte, nach dem, was mit seinem Vater passiert sei, noch überzeugter als zuvor. 

«Ewiger Dank», schrieb Auswahlkollege Lautaro Martínez. Messis bedingungslose Liebe zu Argentinien, sein innerer Kampf, niemals aufzugeben, und noch vieles mehr, zählte Rodrigo de Paul auf. Er war Messis Bodyguard auf dem Platz, sein Nebenmann im Nationaldress. Er ist es weiterhin bei Inter Miami. «Einfach nur danke – der Größte aller Zeiten. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie viele Lächeln du hervorgerufen hast!! Du bist unsterblich», erklärte de Paul. 

Diesmal kein Rücktritt vom Rücktritt

Nach über 20 Jahren, nach sechs Weltmeisterschaften, dem WM-Titel 2022, den Vize-Weltmeisterschaften 2014 und 2026 sowie zwei Triumphen bei der Copa América ist nun also tatsächlich Schluss. Einen Rücktritt vom Rücktritt wie vor vielen Jahren schon mal dürfte es nun nicht geben. 

«Ich gehe mit der Gewissheit und dem Stolz, euch gemeinsam mit meinen Mitspielern traumhafte Momente beschert zu haben. Es war der Wahnsinn, das mit euch erlebt zu haben. Ich liebe euch!», erklärte Messi in einem bewegenden Statement nach aufwühlenden Tagen und Wochen.

Er war nach der Finalniederlage von den USA nicht mit der Mannschaft nach Buenos Aires gereist, sondern direkt mit seiner Familie nach Rosario. Am 8. August starb dann sein zuvor bereits schwer erkrankter Vater mit nur 68 Jahren. Die beiden hatten eine sehr enge Beziehung, Messi war zehn Jahre alt, als beide von Argentinien nach Barcelona zogen. Er war sein Mentor und Manager.

Tränen zum Abschied

Die Bühne, auf der sich Messi nun nur noch präsentieren wird, ist die Major League Soccer in den USA. Sein Vertrag bei Inter Miami, wohin er im Sommer 2023 gewechselt war, ist noch bis Ende 2028 gültig. Der achtmalige Weltfußballer wird dann 41 Jahre alt sein. Ob er ihn erfüllen wird, bleibt abzuwarten, jüngst brillierte er mit vier Toren in einem Spiel. 

Dass er auch noch mit knapp 40 zu Außergewöhnlichem imstande ist, hatte er bei der XXL-WM in den USA, Kanada und Mexiko bewiesen. Messi führte den letztlich entthronten Titelverteidiger ins Finale mit allein acht Toren und vier Vorlagen. Im Endspiel konnte er gegen die Spanier allerdings nichts bewirken.

Nach dem Schlusspfiff hatten ihn die argentinischen Fans dennoch gefeiert, Messi stand vor ihnen, Tränen rannen ihm übers Gesicht. «Der Schmerz ist unermesslich, und diese Wunde braucht Zeit zum Heilen», erklärte er knapp 20 Stunden später via Instagram. Zu seiner Zukunft machte er in dem langen Statement da noch keine Angaben.

Löst Messi eine Rücktrittswelle aus?

Die letzte Sekunde von Lionel Messi im himmelblau-weißen Trikot schlug also an jenem 19. Juli 2026 im WM-Stadion von East Rutherford. Dort, wo er 10 Jahre zuvor schon mal seinen Rücktritt erklärt hatte, aber doch zurückkam. Auch der damalige Staatspräsident hatte sich in die Rückholaktion eingeschaltet. Zum Nationalhelden wurde Messi aber erst unter Lionel Scaloni, der den Posten des Nationaltrainers nach der WM-Enttäuschung von Russland 2018 übernommen hatte.

Messis Ende in der Nationalmannschaft könnte nun weitere Rücktritte auslösen. Torwart Emiliano Martínez hatte die Fortsetzung seiner Karriere auch schon infrage gestellt. Scaloni hatte ebenfalls Zweifel genährt, dass er eine weitere Amtszeit ab 1. Januar in Angriff nehmen könnte. Die Albiceleste könnte vor einem riesigen Umbruch stehen – und das vier Jahre vor der WM, bei dem es auch ein Eröffnungsspiel in Buenos Aires geben soll.

Selbst das konnte auch Messi nicht mehr locken. Insgesamt absolvierte er 207 Länderspiele für die Albiceleste, in denen er 125 Tore erzielte. Seinen Karriere-Höhepunkt im Nationalteam hatte er zweifelsohne bei der WM 2022 in Katar, als er Argentinien zum ersehnten dritten WM-Triumph führte.

Quelle: dpa

 

Argentinien Fußball Spanien USA WM

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