Kriminalität

Partnerin aus Eifersucht getötet? Angeklagter schweigt

09. Januar 2026 , 12:12 Uhr

Kontrolle, Drohungen, tödliche Eifersucht: Der Partner einer zweifachen Mutter ist enorm eifersüchtig - mit fatalen Folgen.

Rund neun Monate nach dem gewaltsamen Tod einer Frau in Würzburg hat ihr wegen Mordes angeklagter früherer Partner zu Prozessauftakt geschwiegen. Die Tochter der getöteten 45-Jährigen sagte vor dem Landgericht Würzburg, ihre Mutter habe noch eine Woche vor der Tat gewollt, dass der Mann aus ihrer Wohnung ausziehe. Der Angeklagte ist nicht der Vater der 25-jährigen Frau. 

Das Opfer hatte mit dem Angeklagten allerdings eine zwölfjährige Tochter. Das Kind hatte in seiner richterlichen Vernehmung berichtet, der Vater habe die Mutter immer wieder zur Kontrolle angerufen, sei eifersüchtig gewesen. Der Bruder der Getöteten sagte vor Gericht, der Angeklagte habe seine Lebensgefährtin im Streit angeschrien und gesagt: «Sei ruhig Frau. Du hast gar nix zu sagen. Ich habe das Sagen.»

Nach Darstellung der Ermittler fügte der Aserbaidschaner der Frau am 8. April 2025 dutzende Stichverletzungen mit drei Messern zu und strangulierte sein Opfer. Vor der Tat soll sich das Paar, dass sich 2012 kennengelernt haben soll, öfter gestritten haben und auch zeitweise getrennt gewesen sein. 

Motiv Eifersucht?

«Der Angeklagte war krankhaft eifersüchtig», sagte Oberstaatsanwalt Thorsten Seebach bei der Anklageverlesung. «Er ging davon aus, dass die Geschädigte 
Kontakte zu anderen Männern unterhielt.» So soll der 45-Jährige das Opfer mehrfach unaufgefordert auf der Arbeit aufgesucht haben – auch in der Nachtschicht, um seine Partnerin zu kontrollieren. 

«Wenn die Geschädigte in die Stadt ging, rief der Angeklagte regelmäßig und mehrfach bei der Geschädigten an», sagte Seebach. Das Freizeitverhalten der Frau sei von dem 45-Jährigen kontrolliert worden.

Morddrohung

Bei einem Streit im Januar 2025 soll der Mann gedroht haben, seine Lebensgefährtin im Schlaf zu töten, wenn sie einen anderen Mann habe. 

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 45-Jährige die zweifache Mutter aus Eifersucht getötet hat, weil er befürchtet haben soll, die Frau könnte ihn erneut verlassen. 

Der Mann hatte nach der Attacke selbst den Notruf gewählt und sich am Tatort festnehmen lassen. Für den Prozess sind vier Verhandlungstage bis zum 26. Januar angesetzt.

Quelle: dpa

Bayern Kriminalität Prozess (Gericht) UNTERFRANKEN

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