Die Deutschen kommen im internationalen Vergleich auf die meisten Krankheitstage und erzeugen so hohe Kosten für den Arbeitgeber – und der Begriff Lifestyle-Teilzeit: Unionspolitiker haben zu Jahresbeginn eine heftige Debatte entfacht, ob wir Deutschen zu wenig arbeiten. Mit reichlich Gegenwind von der Opposition, von Gewerkschaften und aus der Bevölkerung selbst.
Von der Industrie- und Handelskammer Oberfranken kommen nun ähnliche Ansichten wie vom Mittelstandsflügel der Union. Sie hat auf ihrer Vollversammlung jetzt ein Positionspapier verabschiedet, mit dem Titel „Arbeitsvolumen erhöhen – Für Wirtschaftswachstum!“. Laut IHK liege ein großer Teil des aktuellen Wettbewerbsproblems an den Arbeitskosten und der hohen Krankheitsquote. Zusammengefasst fordert die Kammer, dass sich daran etwas ändern muss. Konkret müsse die Krankheitsquote runter und mehr Vollzeit gearbeitet werden. Das Recht auf Teilzeitbeschäftigung braucht demnach eine Reform und die Kinderbetreuung müsse ausgebaut werden. „Es braucht jetzt die Entschlossenheit, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Sonst wird unsere Wirtschaft dem ohnehin schon starken internationalen Wettbewerb nicht standhalten können“, meint Oberfrankens IHK-Präsident Michael Waasner.