Vor allem junge Männer

Mehrere Tote bei Badeunfällen an heißem Wochenende in Bayern

22. Juni 2026 , 16:27 Uhr

Höchstwerte jenseits der 30 Grad haben am Wochenende viele Menschen in Schwimmbäder und an Badeseen gelockt. Doch für manche Besucher endet der Ausflug tödlich.

Bei Badeunfällen sind am Wochenende mehrere Menschen in Bayern gestorben. Laut Polizei handelte es sich bei den Opfern vor allem um Männer unter 30 – manche von ihnen konnten nicht schwimmen. 

Ein 22-Jähriger starb demnach bei einem Badeausflug mit Kollegen an den Tegernsee in Oberbayern. Der junge Mann habe nach Angaben seiner Begleiter nicht schwimmen können, teilte die Polizei mit. Deshalb habe er sich eigentlich nur im flachen Wasser am Ufer aufgehalten. Dort hätten ihn seine Kollegen aber für eine Weile aus den Augen verloren.

Zwei Schwimmer hätten schließlich in der Nähe eines Anlegestegs einen Schwimmer in Not gemeldet, teilten die Beamten mit. Wasserretter hätten sofort nach dem Mann gesucht, ihn etwa eine halbe Stunde später entdeckt und geborgen. Versuche, ihn zu reanimieren, seien aber ohne Erfolg geblieben. 

Schwimmanfänger geht allein ins Wasser – und ertrinkt

Auch in der Nähe von Augsburg starb ein junger Mann in einem Badesee. Der 20 Jahre alte Schwimmanfänger sei zunächst mit einem Freund im Weitmannsee in Kissing (Landkreis Aichach-Friedberg) baden gegangen, teilte die Polizei mit. Nachdem er mit seinem Begleiter das Wasser verlassen hatte, sei er aber allein wieder hineingegangen – und untergegangen.

Rettungskräfte der DLRG hätten den Mann sofort mit einem Boot gesucht und den 20-Jährigen noch geborgen. Er sei in ein Krankenhaus gebracht worden, dort aber gestorben. 

Schon am Freitag starb laut Polizei zudem ein 24-Jähriger in einem See im Landkreis Coburg. 

Viel zu tun für Rettungskräfte im Landkreis Regensburg

Im Landkreis Regensburg fiel laut Polizei ein 29-Jähriger von einem Stand-up-Paddling Board – und wird seitdem vermisst. Der Mann war am Sonntag mit einem 30-Jährigen auf dem Board auf dem Guggenberger See unterwegs, als die beiden das Gleichgewicht verloren und ins Wasser fielen. Der 30-Jährige tauchte sofort wieder auf, sein Begleiter nicht.

Die Suche nach ihm sei nach mehreren Stunden am Sonntag erfolglos abgebrochen worden, teilte die Polizei mit. Trotz eines Drohneneinsatzes wurde der Vermisste auch am Montag nicht gefunden – für Dienstag wurde ein neuer Versuch angekündigt.

Auch darüber hinaus waren die Rettungskräfte am Sonntag am Guggenberger See vielbeschäftigt. Ein 35-Jähriger ging laut Angaben der Polizei beim Baden unter, wurde bewusstlos aus dem Wasser geborgen und konnte reanimiert werden. Dann sei er ins Krankenhaus gebracht worden.

Ein weiteres Mal rückten Einsatzkräfte der DLRG am Sonntag demnach aus, um einen 24-Jährigen aus dem Wasser zu bergen. Er konnte sich demnach nicht mehr eigenständig aus dem Wasser begeben, weil ihm beim Schwimmen die Kraft ausging. Der Mann habe sich an einer Boje festhalten und von dort aus auf sich aufmerksam machen können.

Am Sonntag konnten zwei Helfer zudem einen 32-Jährigen in Regensburg noch aus der Donau ziehen, der in einen Wasserstrudel geraten war.

Nächtlicher Freibadbesuch endet für 20-Jährigen tödlich

Im niederbayerischen Hohenthann starb ein 20-Jähriger, nachdem er laut Polizei mit einer Gruppe junger Männer nachts über einen Zaun in ein Freibad geklettert war. Vermutlich beim Sprung in das Becken habe sich der 20-Jährige schwer verletzt, hieß es. Der Mann sei nach notärztlicher Versorgung in eine Klinik gebracht worden, wo er einige Stunden später starb. 

Es sei von einem tragischen Unglücksfall auszugehen, teilte die Polizei mit. Alkoholeinfluss könnte bei der Aktion «möglicherweise auch eine Rolle» gespielt haben, sagte ein Polizeisprecher. Nähere Angaben dazu machte er nicht. 

Der Chef des bayerischen Landesverbands der Schwimmmeister, Ralf Großmann, warnte angesichts des Falls vor solchen nächtlichen Ausflügen: «Müdigkeit, Alkohol, Gruppendynamik oder Selbstüberschätzung können dazu führen, dass gefährliche Entscheidungen getroffen werden.» Ein nächtlicher Ausflug ins Freibad möge harmlos oder aufregend erscheinen, sagte Großmann. «Im Ernstfall ist jedoch niemand vor Ort, der sofort helfen kann. Dieses Risiko sollte niemand eingehen.»

DLRG: Männer schätzen Gefahren oft falsch ein

Nach Angaben der DLRG waren schon im vergangenen Sommer deutlich mehr Männer als Frauen unter den Badetoten in Bayern. «Gerade unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern sind Übermut und Selbstüberschätzung leider weit verbreitet und ebenso wie der Konsum von Alkohol mitursächlich für tragische Unfälle», erläuterte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Ältere überschätzten oft ihren Fitness- und Gesundheitszustand.

Quelle: dpa

Bayern Freizeit Notfall SCHWABEN Schwimmen

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