Prozessauftakt

Messerangriff auf Schüler in Supermarkt: Mordprozess startet

19. März 2026 , 09:18 Uhr

Ein 16-Jähriger stirbt nach Messerstichen in einem Supermarkt in Lemgo bei Bielefeld. Womöglich war der Jugendliche ein Zufallsopfer. Gegen einen 33-Jährigen hat ein Mordprozess begonnen.

Fünf Monate nach tödlichen Messerstichen auf einen 16-Jährigen in einem Supermarkt in Lemgo bei Bielefeld hat ein Prozess gegen den mutmaßlichen Angreifer begonnen. Am Landgericht Detmold ist ein 33-jähriger Deutscher wegen Mordes angeklagt. Er soll dem Schüler im vergangenen Oktober nach einem kurzen Kontakt auf dem Parkplatz ins Geschäft gefolgt sein und dort vor den Augen von zwei Kunden zweimal auf ihn eingestochen haben. Der Fall schockierte bundesweit. 

Das Tatgeschehen im Geschäft sei durch Überwachungskameras hinreichend belegt, sagte ein Sprecher des Landgerichts Detmold am Donnerstag. Die Motivlage sei hingegen völlig offen. Es seien mehrere Zeugen geladen, wohl auch die beiden damaligen Begleiter des 16-Jährigen. Laut Staatsanwaltschaft sollen sich Opfer und Angreifer nicht gekannt haben. 

Kurz vor Beginn der Verhandlung kündigte Verteidiger Jerrit Schöll an, sein Mandant wolle «vollumfänglich Verantwortung» übernehmen und bereue die Tat.

Drastische Gewalttat 

Der mutmaßliche Täter soll am Abend mit einem Küchenmesser auf dem Parkplatz auf die Drei zugelaufen sein. Die zwei Begleiter konnten fliehen. Der Angreifer soll den 16-Jährigen in den Supermarkt geflüchteten Jugendlichen dort zu Boden gerungen haben und ihm laut Anklage im Kassenbereich das Messer unvermittelt in Brust und Kopf gerammt haben. Laut Obduktion war der Schüler auf der Stelle tot.

Quelle: dpa

Deutschland Kriminalität Nordrhein-Westfalen Prozess (Gericht)

Das könnte Dich auch interessieren

19.03.2026 Mann gesteht Todesangriff auf Schüler: «Sinnlos, barbarisch» Mit Messerstichen in Oberkörper und Kopf stirbt ein Schüler vor Zeugen mitten in einem Supermarkt bei Bielefeld. Im Mordprozess gesteht der Angeklagte – mit deutlichen Worten über seine Tat. 17.03.2026 Gehilfen Putins? Mutmaßliche Agenten Russlands vor Gericht Ein gefährlicher Auftrag für «Wegwerf-Agenten»? Drei Ukrainer sollen in Deutschland Anschläge auf den Gütertransport vorbereitet haben – auf Befehl des russischen Geheimdienstes. 05.03.2026 Winterhoff-Urteil: Staatsanwaltschaft will Revision einlegen Das Bonner Landgericht hat den Kinderpsychiater wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Damit ist die Staatsanwaltschaft nicht einverstanden. 04.03.2026 Bewährungsstrafe für Kinderpsychiater Winterhoff Der Psychiater war wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Doch das Gericht kam zu einem anderen Ergebnis.