Justiz

Millionenwerte von Libanons Ex-Zentralbankchef beschlagnahmt

29. Januar 2026 , 14:53 Uhr

Seit Jahren ermitteln deutsche Behörden gegen den langjährigen Chef der libanesischen Zentralbank. Was ihm vorgeworfen wird.

Nach Ermittlungen gegen den langjährigen Chef der libanesischen Zentralbank, Riad Salameh, wollen die Behörden Immobilien und Gesellschaftsanteile im Gesamtwert von rund 35 Millionen Euro dauerhaft einziehen.

Wie die federführende Staatsanwaltschaft München I mitteilte, hat sie im Januar beim Landgericht München I die Einziehung bereits beschlagnahmter, hochwertiger Gewerbeimmobilien in München und Hamburg sowie Anteile an einer Immobiliengesellschaft in Düsseldorf beantragt.

Ex-Bankchef soll 330 Millionen Dollar veruntreut haben

Das Ermittlungsverfahren gegen den langjährigen Bankchef und weitere Beschuldigte wurde vorläufig eingestellt, weil sie nach Behördenangaben nicht aufzufinden waren und es darum derzeit nicht möglich sei, ihnen den Prozess zu machen. 

Salameh wird in seiner Heimat vorgeworfen, Gelder in Höhe von 330 Millionen US-Dollar veruntreut zu haben. Die deutschen Ermittler gingen einem Geldwäscheverdacht nach. 

Briefkastenfirma und Immobiliengeschäfte

Die veruntreuten Gelder waren den Erkenntnissen der Ermittler zufolge über eine Briefkastengesellschaft auf den British Virgin Islands in Immobiliengeschäfte geflossen.

Im Rahmen der Ermittlungen waren Delegationen mehrfach in den Libanon gereist, um den Beschuldigten, dessen ebenfalls verdächtigen Bruder und Zeugen zu vernehmen. Unter den Zeugen war nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch der damals amtierende libanesische Finanzminister.

Der Skandal um Salameh, der bis Sommer 2023 rund 30 Jahre lang an der Spitze der libanesischen Zentralbank stand, ist derzeit eines der großen innenpolitischen Themen in dem Land im Mittleren Osten. Die Ermittlungsbehörden dort hätten ein Rechtshilfeersuchen gestellt.

Weil der Libanon seine Landsleute nicht ausliefert, kann es zu einem Gerichtsverfahren in Deutschland nur kommen, wenn Beschuldigte sich dem freiwillig stellen.

Quelle: dpa

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