Mutmaßlicher Millionenbetrug mit Diesel: Prozessauftakt in Hof

16. Januar 2026 , 09:11 Uhr

Am Landgericht Hof beginnt heute ein umfangreicher Prozess wegen mutmaßlicher Hinterziehung von Energiesteuer. Im Raum steht der Vorwurf des bandenmäßigen Steuerbetrugs. Insgesamt sind 60 Verhandlungstage angesetzt – allein die Verlesung der 106-Seiten starken Anklageschrift dauert drei Tage. Angeklagt sind acht Personen, darunter der Seniorchef einer Mineralölvertriebsfirma aus Schwarzenbach an der Saale. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zwischen November 2023 und November 2024 rund 90 Millionen Liter unversteuerten Kraftstoff angekauft zu haben. Der dadurch entstandene Steuerschaden soll bei etwa 44 Millionen Euro liegen. Sieben weitere Angeklagte sollen den Kraftstoff bandenmäßig geliefert haben. Laut Anklage gründeten sie dafür mehrere Firmen in Berlin, Falkensee und Amberg. Zusätzlich steht der Vorwurf im Raum, dass der verkaufte Kraftstoff teilweise kein normgerechter Diesel, sondern Schwer- oder Gasöl gewesen sein soll. Alle Angeklagten befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Außerdem sind zehn weitere Firmen in das Verfahren einbezogen worden, die von den Taten profitiert haben sollen.

Seit Monaten ist die Firma Sigmund Hoffmann aus Schwarzenbach an der Saale nicht mehr handlungsfähig, weil Fahrzeuge beschlagnahmt und Konten gesperrt worden sind.

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