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Nach Kritik: Kanye West verschiebt Auftritt in Marseille

15. April 2026 , 07:31 Uhr

Großbritannien verweigerte Kanye West die Einreise für einen Auftritt bei einem Festival. Nun verschiebt der US-Rapper ein geplantes Konzert in Frankreich.

Nach der Einreiseverweigerung durch die britische Regierung hat US-Rapper Kanye West nun auch einen geplanten Auftritt in Marseille verschoben. «Nach reiflicher Überlegung und Abwägung habe ich aus eigener Entscheidung beschlossen, meine Show in Marseille, Frankreich, auf unbestimmte Zeit zu verschieben», schrieb der 48-Jährige bei Twitter.

Kanye West, der inzwischen unter dem Namen Ye firmiert, sollte am 11. Juni im Velodrome in Marseille auftreten. Wie die Tageszeitung «Libération» berichtete, soll Innenminister Laurent Nuñez geprüft haben, ob das Konzert des Rappers abgesagt werden könne. 

Der Bürgermeister der Stadt, Benoît Payan, hatte sich bereits im März gegen den Auftritt ausgesprochen: «Ich weigere mich, dass Marseille eine Bühne für diejenigen wird, die Hass und enthemmten Nationalsozialismus verbreiten. Kanye West ist nicht willkommen im Vélodrome, unserem Tempel des Miteinanders.»

In einem weiteren Tweet, den Kanye West kurz nach seiner Ankündigung absetzte, hieß es: «Ich weiß, es braucht Zeit, um die Aufrichtigkeit meines Bemühens zu verstehen, Wiedergutmachung zu leisten. Ich übernehme die volle Verantwortung für das, was mir zuzurechnen ist, aber ich möchte meine Fans nicht mit hineinziehen. Meine Fans bedeuten mir alles.»

Kanye West bat im «Wall Street Journal» um Entschuldigung

Die britische Regierung hatte West zuletzt die Einreise in das Vereinigte Königreich verweigert. Die Entscheidung folgte auf die Debatte über geplante Auftritte des 48-Jährigen bei einem Festival in London in diesem Sommer. West war in der Vergangenheit immer wieder mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen aufgefallen. Premierminister Keir Starmer hatte die Planung als «zutiefst besorgniserregend» bezeichnet.

West hatte im vergangenen Jahr ein Lied mit dem Titel «Heil Hitler» veröffentlicht. Anfang 2026 hatte er in Form einer ganzseitigen Anzeige im «Wall Street Journal» um Entschuldigung gebeten. «Ich bin weder ein Nazi noch ein Antisemit», schrieb der Ex-Ehemann von Kim Kardashian und führte seine früheren Äußerungen auf eine bipolare Störung zurück.

Quelle: dpa

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