Ein Pfarrer, der über Jahre hinweg einen Jugendlichen sexuell missbraucht haben soll, sollte aus dem Ruhestand zurück geholt werden und ausgerechnet in Wallenfels, das vor zwei Jahren von einem Missbrauchsskandal in der Kirche erschüttert worden war, als Seelsorger arbeiten.
Der Skandal um die Missbrauchsfälle in Wallenfels hatte im Jahr 2022 die ganze Region aufgerüttelt. 2006 waren erste Fälle bekannt geworden, Jahre später erst ist das Erzbistum an die Öffentlichkeit gegangen und es wurde eigens ein Schutzkonzept ins Leben gerufen. Als der Skandal öffentlich wurde, vor zwei Jahren, haben sich mindestens zehn weitere Opfer des inzwischen verstorbenen Mannes gemeldet.
Die Initiative, wieder Gottesdienste zu halten und als Pfarrer eingesetzt zu werden, ist im aktuellen Fall laut Kurier von dem katholischen Geistlichen selbst ausgegangen. Er soll vor Jahren in einem Kronacher Stadtteil den Sohn des Messners über längere Zeit missbraucht haben. Der Betroffenenbeirat des Erzbistums hatte protestiert, und der Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn ebenfalls. Es habe sehr emotionale Diskussionen gegeben in den letzten Wochen, wird er zitiert.