Gericht verkündet Urteil

Nach Musical-Pleite: Ralph Siegel zu Geldzahlung verurteilt

15. Januar 2026 , 16:12 Uhr

Die Pleite des Musicals «N bisschen Frieden - Rock 'n' Roll Summer» in Duisburg soll für Musikproduzent Ralph Siegel nachträglich noch einmal teurer werden. Das hat ein Gericht entschieden.

Das Duisburger Landgericht hat den Musikproduzenten Ralph Siegel (80) am Donnerstag zu einer Zahlung von 105.000 Euro verurteilt. Das Geld soll der Insolvenzverwalter des Musicals «N bisschen Frieden – Rock ’n‘ Roll Summer» erhalten, das im Herbst 2022 gefloppt war. Das Urteil ist bisher nicht rechtskräftig. Komponist und Musikproduzent Siegel erschien nicht zu dem Zivilprozess in NRW.

Drei Gesellschafter

Das Musical sollte einen Neuanfang nach den harten kulturellen Einschränkungen während der Corona-Pandemie markieren. Für die Betreibergesellschaft schlossen sich damals Ralph Siegel und die Eigentümer des Theaters am Marientor mit jeweils 45-prozentigem Anteil zusammen. Als dritter Gesellschafter fungierte Theaterdirektor Wolfgang DeMarco mit einem Anteil von zehn Prozent.

Doch schon nach wenigen Vorstellungen zogen die Gesellschafter die Reißleine. Der Vorverkauf lief einfach zu schlecht.

Gericht hatte Zeugen vernommen

Der Insolvenzverwalter berief sich mit seiner Klage gegen Ralph Siegel auf eine angeblich getroffene Vereinbarung, dass die beiden Hauptgesellschafter 2022 jeweils 300.000 Euro einbringen sollten. Siegel hatte davon aber bis zum Abbruch der Vorstellungen nur 195.000 Euro gezahlt.

Nachdem das Duisburger Landgericht im November 2025 unter anderem die Mitgesellschafter als Zeugen vernommen hatte, hatte die Vorsitzende Richterin keinen Zweifel, dass diese Vereinbarung so getroffen worden war und nach der Insolvenz auch weiter Bestand hatte.

Quelle: dpa

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