XXL-Umbruch. Das trifft es bei der SpVgg Greuther Fürth auf jeden Fall. Nach der Last-Minute-Rettung in der Relegation gegen Rot-Weiss Essen hoffen die Franken auf eine weniger Nerven zersetzende Saison in der 2. Fußball-Bundesliga. Der Umbau ist aber gravierend ausgefallen.
In Heißmacher und Torschützenkönig Noel Futkeu (Eintracht Frankfurt) sowie dem langjährigen Kapitän Branimir Hrgota (FC St. Pauli) müssen die Fürther in der Offensive insgesamt 23 Tore und 15 Vorlagen ersetzen. Das hochkarätige Duo war damit alleine an 38 der 49 Treffer in der vergangenen Saison beteiligt. «Wehmut» verspürte also Trainer Heiko Vogel nach der Relegation.
Den Start in die neue Saison am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) bei Absteiger FC St. Pauli um Vereinslegende Hrgota werden aber auch abgegebene Korsettstangen wie Philipp Ziereis (Melbourne Victory), Reno Münz (KVC Westerlo), Jan Elvedi (1. FC Kaiserslautern) oder Julian Green (vereinslos) nicht mehr mitmachen.
Nach einer Horror-Spielzeit, als die Fürther erst am letzten Spieltag die Relegation erreichten, eint den Kleeblatt-Verein ein Gedanke: nicht nochmal so etwas! «So ein Erlebnis wie letztes Jahr wollen wir nicht noch einmal haben», betonte Felix Klaus.
Der Offensivspieler legte mit acht Toren und elf Vorlagen eine starke Saison hin. Der 33-Jährige, der selbst aus dem Nachwuchs der Fürther kommt, ist nun sogar Nachfolger von Hrgota als Kapitän. Paul Will und Dennis Srbeny sind seine Stellvertreter.
«Mit Klausi habe ich einen absoluten Führungsspieler, der auf dem Platz, in der Kabine und medial vorne weggeht, der den naturgegebenen Respekt hat. Bei Paul und Denno sieht es ähnlich aus», begründete Vogel seine Wahl. «Die drei fungieren als verlängerter Arm während der Trainingseinheiten und Spiele in die Kabine. Ich kann mich auf sie verlassen und ihnen vertrauen, zudem sind die drei unantastbar in der Mannschaft.»
Auf diese drei «Unantastbaren» baut Vogel. Der 50-Jährige hatte die Fürther erst im Dezember übernommen. Dann glückte ihm auf den letzten Drücker der Klassenverbleib. «Wir sind uns alle bewusst, dass es ein XXL-Umbruch ist, den es zu begleiten gilt», äußerte der Coach der Franken.
Zusammen mit dem neuen Sportchef Daniel Meyer, zuvor Sportdirektor des Halleschen FC, hofft er auf viele Treffer bei den Neuen. Sonst wird es wieder eine Zittersaison. Im Tor könnten die Fürther, die schon mit Jonas Urbig (FC Bayern München) oder Nahuel Noll (TSG 1899 Hoffenheim) richtig lagen, in Florian Hellstern wieder ein Toptalent für sich gewonnen haben.
Der 18-Jährige war in der vergangenen Saison Stammtorwart der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart in der 3. Liga. Und mit der deutschen U19-Nationalmannschaft unterlag er im Juli erst im EM-Finale Spanien. «Torhüter bekommen hier eine gute Bühne sich weiterzuentwickeln. Das ist es, was ein junger Torwart braucht», sagte Hellstern. Der Vorhang für ihn und die neue SpVgg Greuther Fürth hebt sich am Sonntag.
Quelle: dpa