Nahost

Netanjahu: «Sicherheitszone» im Libanon wird ausgeweitet

16. April 2026 , 09:43 Uhr

Der Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah dauert an. Es gibt Berichte über eine mögliche Waffenruhe. Derweil gibt Israels Premier der eigenen Armee neue Anweisungen.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu lässt im Kampf gegen die libanesische Hisbollah-Miliz eine sogenannte «Sicherheitszone» im nördlichen Nachbarland ausweiten. Er habe die israelischen Streitkräfte angewiesen, die «Sicherheitszone» im Süden des Libanons weiter auszudehnen, sagte Netanjahu laut einer Mitteilung seines Büros. Parallel dazu führe man Verhandlungen mit dem Libanon. Das israelische Sicherheitskabinett wollte laut Medien am Mittwochabend über eine Waffenruhe beraten. Die Sitzung sei aber ohne Beschluss beendet worden, schrieb «Axios»-Reporter Barak Ravid auf X.

Gespräche dauern an

Erstmals seit Jahrzehnten waren am Dienstagabend in Washington israelische und libanesische Vertreter zu direkten Gesprächen auf politischer Ebene zusammengekommen. Die Verhandlungen mit dem Libanon verfolgten zwei zentrale Ziele, erklärte Netanjahu laut Angaben seines Büros vom Mittwochabend: Die Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz «und zweitens einen dauerhaften Frieden. Frieden durch Stärke.» Die libanesische Regierung, die keine Partei im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah ist, will eine Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Libanons erreichen.

Am Mittwoch hatten sich Israels Militär und die Hisbollah erneut gegenseitig beschossen. Die «Sicherheitszone» im Südlibanon solle auch ostwärts bis zu den Hängen des Berges Hermon erweitert werden, «damit wir unseren drusischen Brüdern in ihrer Notlage besser beistehen können», erklärte Netanjahu weiter. Die religiöse Minderheit der Drusen in Syrien gilt als Verbündete Israels. Das Bergmassiv des Hermon erstreckt sich entlang der syrisch-libanesischen Grenze. Im Süden endet es auf den von Israel annektierten Golanhöhen. 

Libanon befürchtet dauerhafte Besatzung seines Südens

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte im vergangenen Monat gesagt, Israel wolle bis auf weiteres das Gebiet bis zum Litani-Fluss im Südlibanon kontrollieren. Der Fluss liegt etwa 30 Kilometer entfernt von der Grenze zu Israel. Im Libanon befürchtet man eine dauerhafte Besatzung des Gebiets. 

Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, hat eine Annexion des Südlibanons durch sein Land jedoch ausgeschlossen. Man werde so lange bleiben, bis der Beschuss Israels aus dem Libanon aufhöre und die Einwohner des israelischen Nordens sicher seien, sagte er. Eine dauerhafte Besatzung sei nicht geplant. 

Er widersprach damit auch dem rechtsextremen israelischen Finanzminister Bezalel Smotrich, der gefordert hatte, der Litani-Fluss im Süden des Libanon müsse Israels neue Grenze zum nördlichen Nachbarland darstellen. Auslöser der neuen israelischen Bodeneinsätze war erneuter Raketenbeschuss Nordisraels durch die Hisbollah. Die Miliz betont nun, sie wolle bis zu einem Abzug der israelischen Truppen weiterkämpfen.

Quelle: dpa

Iran Israel Konflikte Krieg Libanon

Das könnte Dich auch interessieren

17.04.2026 Trump rechnet mit Iran-Deal in «ein oder zwei Tagen» Vergangenes Wochenende endeten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ohne konkrete Ergebnisse. Nun gibt sich der US-Präsident optimistisch, dass es bald einen Durchbruch geben könnte. 17.04.2026 Israel und Libanon: Führt die Waffenruhe zum Frieden? Mehrere Wochen lang haben sich Israel und die Hisbollah gegenseitig angegriffen. Im Libanon mussten Hunderttausende flüchten. Nun soll die Gewalt enden - zumindest vorerst. Wie geht es weiter? 16.04.2026 Pakistan vermittelt im Iran-Krieg - Waffenruhe für Libanon Bei den diplomatischen Bemühungen im Iran-Konflikt rückt Pakistan immer mehr in eine zentrale Rolle. Für den Libanon deutet sich nach US-Angaben Entspannung an. 17.04.2026 Waffenruhe im Libanon – Hoffnung auf Einigung im Iran-Krieg Im Libanon gilt eine neue Waffenruhe, doch schon kurz nach Inkrafttreten meldet die Armee Verstöße durch Israel. Derweil weckt Trump Hoffnungen im Konflikt mit dem Iran. Gelingt ein Frieden?