Ab Mitte Dezember

Neue Züge, neue Probleme - Der nächste Fahrplan für Bayern

13. Oktober 2026 , 04:01 Uhr

Schneller in die Metropolen, häufiger nach Österreich und Frankreich: Mit dem Fahrplanwechsel bieten sich Bahnreisenden neue Optionen. Manches dürfte aber auch neues Kopfzerbrechen bereiten.

Ein «starkes Angebot für alle» verspricht der Fernverkehrschef der Bahn, Michael Peterson, mit Blick auf den neuen Fahrplan ab 13. Dezember. In Bayern dürften vor allem Bahnfahrer von neuen Möglichkeiten profitieren, die schnell in Metropolen wie Hamburg oder Berlin reisen wollen. Wer angesichts hoher Spritpreise mit einer Bahnfahrt in den Urlaub liebäugelt, könnte auch neue Optionen bekommen – während nicht nur Pendlern neue Probleme durch Bauarbeiten ins Haus stehen. Gebucht werden können Fahrkarten von Mittwoch (14. Oktober) an. Ein Überblick:

Schneller von Nürnberg nach Stuttgart und Berlin 

Mit je zwei weiteren ICE-Sprintern, die seltener halten als normale Intercity-Expresszüge, können Fahrgäste aus Nürnberg vom 13. Dezember an täglich nach Stuttgart und Berlin fahren. In die Landeshauptstadt Baden-Württembergs brauchen Bahnfahrer so planmäßig nur knapp zwei Stunden, nach Berlin ohne Zwischenhalte etwa zwei Stunden und 45 Minuten. 

Wegen geringer Nachfrage fallen laut Bahn aber auch eine frühe und eine späte Intercity-Verbindung zwischen Stuttgart und Nürnberg mit Halten in Ellwangen und Ansbach an den meisten Wochentagen weg.

Ein neuer roter Flitzer in den Süden

Für Testfahrten waren die Frecciarossa-Schnellzüge in Deutschland schon unterwegs, ab Sommer sollen sie Reisende aus München ohne Umsteigen über Verona nach Mailand und Rom bringen. Laut Bahn soll dadurch bis zu einer Stunde Fahrtzeit gespart werden. Geplant ist dann erst mal aber nur eine Fahrt pro Tag gen Italien (Abfahrt 14.32 Uhr mit Ankunft 23.10 Uhr in Rom; Abfahrt 16.32 Uhr mit Ankunft 23.05 Uhr in Mailand) und eine Fahrt morgens aus Italien zurück nach Bayern. 

Am Wochenende einmal mehr am Tag nach Paris

Bisher haben Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer genau eine Gelegenheit am Tag, direkt im TGV von München und Augsburg via Straßburg nach Paris zu fahren. Mit dem Fahrplanwechsel kommt eine weitere Direktverbindung am Wochenende dazu. Abfahrt ist nachmittags um 14.29 Uhr in München und 15.17 Uhr in Augsburg. Zurück aus Frankreich nach Bayern kommt man künftig auch frühmorgens mit Abfahrt um 7.42 Uhr in Paris. 

Auch bei der schon bestehenden Verbindung in die französische Hauptstadt ändert sich etwas: Die Schnellzüge dürfen morgens zwischen Ulm und Wendlingen endlich auch über die Schnelltrasse fahren – das spart etwa eine halbe Stunde an der Schwäbischen Alb.

Aus Nürnberg nach Wien über frisch sanierte Strecke

Lange haben Fahrgäste mit Bussen und Sperrungen klarkommen müssen – zum Fahrplanwechsel soll die Route Nürnberg-Regensburg-Passau aber frisch saniert und befahrbar sein. Damit sollen dann auch wieder ICE-Züge von Nürnberg direkt nach Linz und Wien fahren – von Sonntag bis Freitag einmal mehr am Abend (Abfahrt in Aschaffenburg 18.52 Uhr, in Nürnberg 20.33 Uhr mit Ankunft in Wien um 1.03 Uhr nachts). 

Wer zurück ins Frankenland will, muss für die neue Verbindung früh aufstehen: Abfahrt ist um 4.57 Uhr in Wien. Alternativen gibt es aber: Insgesamt bietet die Bahn zehn Direktverbindungen pro Tag zwischen Nürnberg und Wien.

Mehr ICE-Züge in Straubing – zumindest ein bisschen

Am Straubinger Bahnhof werden während der Korridorsanierung Obertraubling-Passau die Bahnsteige modernisiert. Dort sollen künftig zwei zusätzliche ICE-Züge halten – um 21.45 Uhr und 0.01 Uhr je ein ICE aus Nordrhein-Westfalen via Frankfurt, Würzburg und Nürnberg. Damit stoppen in Straubing insgesamt sechs ICE-Züge pro Tag – aber ausschließlich in den Randzeiten. Alle anderen ICE-Züge fahren tagsüber weiter via Plattling.

Nach Bauarbeiten zurück: ICE-Züge nach Westfalen und Innsbruck

Wegen Bauarbeiten konnten Bahnreisende aus Bayern zuletzt nicht ohne Umstieg nach Westfalen fahren. Mit dem Fahrplanwechsel gibt es wieder einen direkten ICE von München, Nürnberg und Würzburg nach Paderborn, Lippstadt und Hamm. Reisende aus Würzburg, Ansbach, und Donauwörth dürfen sich zudem über die Rückkehr einer ganzjährigen ICE-Verbindung nach Innsbruck freuen. Die war im laufenden Jahr die meiste Zeit wegen Bauarbeiten über Erfurt und Nürnberg umgeleitet worden.

München-Rosenheim gesperrt – Diesel-Fernzüge über Mühldorf

Während die Route Nürnberg-Regensburg-Passau nach den Korridorsanierungen zum Fahrplanwechsel frisch saniert sein soll, steht die nächste Sperrung schon an: Zwischen 8. Februar und 9. Juli ist die Sanierung der vielbefahrenen Strecke München-Rosenheim-Salzburg geplant. Für Reisende in Fernzügen nach Salzburg bedeutet das: monatelang nur noch drei Eurocitys täglich in beide Richtungen mit Umweg im Schlepptau von Dieselloks über Mühldorf am Inn. 

Die Railjet-Züge von München nach Budapest werden über Passau umgeleitet, die Eurocitys nach Graz, die dann nur noch zweimal am Tag fahren, über Wörgl. Details zur geplanten Sanierung und den Folgen für Fahrgäste will die Bahn in den kommenden Tagen bekanntgeben.

Baustellen: Immer weniger ICE-Züge via Donauwörth nach Berlin

Baustellen dürften Bahnreisende auch andernorts vor Probleme stellen. So fällt vom 5. Februar 2027 an erst eine von acht ICE-Verbindungen von Augsburg und Donauwörth via Nürnberg nach Berlin weg, von Mai an können dann laut Bahn nur noch zwei ICE von und nach Berlin täglich ohne Halt in Nürnberg auf der Route fahren. Vom 16. Oktober 2027 an fahren die weißen Schnellzüge dann nur noch ab und bis Nürnberg – Fahrgäste aus Donauwörth haben dann keine Direktzüge mehr. 

Vom 13. August 2027 an entfallen außerdem acht ICE-Züge täglich zwischen Frankfurt und Nürnberg, davon auch zwei von und nach Passau. Zwischen Frankfurt und Nürnberg soll es aber laut Bahn weiter «mindestens stündliche» ICE-Verbindungen geben.

Quelle: dpa

 

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