Königstag

Niederländer feiern ihren König - aber nicht alle machen mit

27. April 2026 , 14:03 Uhr

Wenn Willem-Alexander Geburtstag hat, jubelt fast das ganze Land. Doch einige hadern mit der Monarchie. Sie zeigen am «Koningsdag» mit einem Riesensaurier, dass sie lieber eine Republik hätten.

Mit Volksfesten in orangefarbener Pracht haben die Niederländer am Montag den 59. Geburtstag ihres Königs gefeiert. Zum offiziellen Jubelempfang am «Koningsdag» wurden Willem-Alexander und seine Familie in diesem Jahr in der alten friesischen Stadt Dokkum ganz im Norden der Niederlande begrüßt. 

Bürgermeister Johannes Kramer beglückwünschte den Monarchen auf friesisch zum «Keningsdei» und erinnerte daran, dass er 1986 als junger Schlittschuhläufer im Zuge des legendären Elf-Städte-Eisschnelllaufrennens kurze Zeit in Dokkum war: «Vor vierzig Jahren waren Sie auch schon hier, Majestät. Sie kamen an, holten sich einen Etappenstempel und tauchten wieder in die Dunkelheit ein, in Richtung Leeuwarden.» Um nicht gleich erkannt zu werden, hatte der damalige Kronprinz 1985 unter dem Tarnnamen W.A. van Buren an der Elf-Städte-Tour teilgenommen. 

Zur Erinnerung bekamen Willem-Alexander und Königin Máxima (54) sowie die Prinzessinnen Amalia (22), Alexia (20) und Ariane (19) nun Stempelkarten der «Elfstedentocht», die sie an verschiedenen Stationen ihres Festumzugs siegeln lassen sollten. 

Beliebtheitswerte bleiben auf hohem Niveau

Einmal mehr konnte sich die Königsfamilie bei der diesjährigen Geburtstagsfeier über recht hohe Beliebtheitswerte freuen: 62 Prozent der Niederländer befürworten laut der Königstags-Umfrage im Auftrag des öffentlich-rechtlichen Sender NOS die Beibehaltung der Monarchie – ebenso viele wie ein Jahr zuvor. Nur 20 Prozent der Befragten erklärten, aus dem Königreich müsse eine Republik werden. 

Vertreter dieser Minderheitsmeinung machten außerhalb des Festgeländes in Dokkum mit der zehn Meter hohen aufgeblasenen Figur eines blauen Dinosauriers samt orangefarbener Krone auf ihre Forderung aufmerksam. Der Dino namens Wim – eine Kurzform von Willem – stehe symbolisch für die Monarchie, sagte ein Sprecher der Organisation «Republiek» der Nachrichtenagentur ANP. Genau wie diese sei er «aus der Zeit gefallen, steht schnell im Weg und ist mit Luft gefüllt». Entlang der Strecke hielten einige Demonstranten Schilder mit der Aufschrift «Willem de Laatste» hoch (deutsch: Willem, der Letzte). 

Vertrauen in König Willem-Alexander gestiegen

Demgegenüber ist das Vertrauen der Bevölkerung in König Willem-Alexander weiter gewachsen. Laut NOS stieg es von 51 Prozent im Vorjahr auf nun 54 Prozent – insbesondere bei jungen Menschen zwischen 18 und 34 Jahren sei ein Anstieg zu verzeichnen. Beim Amtsantritt des Königs 2013 lag der Vertrauenswert allerdings noch bei rund 75 Prozent. 

Auf einer bis 8 reichenden Skala geben die Niederländer ihrem König laut Umfrage die Note 6,9. Am besten schnitt erneut Königin Máxima ab (Note 7,5) – gefolgt von Kronprinzessin Amalia (7,3), die den Niederländern als «intelligente, ernsthafte und professionelle Thronfolgerin» gelte. Viel Anerkennung gebe es für ihren demonstrativen Einsatz für die Landesverteidigung. Die Kronprinzessin hatte Anfang des Jahres die Grundausbildung in den Streitkräften abgeschlossen und absolviert den Rest der Ausbildung zur Reservistin neben ihrem Jurastudium. 

Laut der Umfrage halten 58 Prozent es für gut, dass sich Mitglieder der königlichen Familie – allen voran König Willem-Alexander – in den Streitkräften engagieren. «Das zeugt von gesellschaftlichem Engagement und signalisiert, dass sie bereit sind, in Krisenzeiten ihren Beitrag zu leisten», erklärte die NOS-Königshausreporterin Simone Tukker. Das Interesse junger Menschen an der Armee sei durch den «Amalia-Effekt» gewachsen.

Quelle: dpa

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