Mit einer Party für Freunde und Familie will der künftige Medizin-Nobelpreisträger Georg Nagel an diesem Mittwoch in der Altstadt von Neapel seinen Erfolg feiern. Um die 70 Leute könnten es werden, sagte der 73-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Daran sei seine Frau nicht ganz unschuldig. «Die war ganz aus dem Häuschen. Die hat dann die ganze Community hier in Neapel informiert», sagte Nagel über den Moment am Montag, nachdem er vom Karolinska-Institut in Stockholm von der Zuerkennung erfahren habe. «Ich bin zwar nicht vom Stuhl gefallen, aber war freudig überrascht.»
Angestoßen habe er bereits mit seiner Familie und mit Sekt, der bei der Geburtstagsparty seiner Tochter wenige Tage zuvor übriggeblieben sei. «Und einen sehr guten Kuchen, Caprese, also so eine Torte mit Schokolade und vielen Mandeln, haben wir auch gegessen.» Diese italienische Spezialität habe eine Verwandte gebacken – Nagels Frau ist Italienerin. «Das Gute war, dass der Anruf nach dem Fest von der Tochter kam, sonst hätte ich ihr noch die Schau gestohlen. So hat es vom Zeitplan ganz gut gepasst.»
Nagel, geboren im württembergischen Weingarten, lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Würzburg, zuletzt als Seniorprofessor am Physiologischen Institut der Julius-Maximilians-Universität. Ausgezeichnet wird der Forscher für Entdeckungen im Bereich lichtgesteuerter Ionenkanäle und Optogenetik – zusammen mit dem Deutschen Peter Hegemann sowie dem US-Wissenschaftler Karl Deisseroth.
Hegemann und Nagel entdeckten das Protein Kanalrhodopsin (Channelrhodopsin), das Zellen empfindlich für Licht macht. Deisseroth setzte das Gen für dieses Protein in Neuronen von Ratten ein. Dadurch konnte er diese Nervenzellen mit Licht aktivieren.
Der Universität am Main will Nagel auch weiter erhalten bleiben, ansonsten um die Welt reisen, Symposien und Konferenzen besuchen. Gelegentlich werde er aber in den Wintermonaten, die er überwiegend in Italien verbringe, in Würzburg aufschlagen und schauen, «ob das Haus noch steht und wie viele Strafzettel im Briefkasten sind oder Rechnungen und so».
Quelle: dpa