Start in die WM-Saison

Nummer-1-Frage im DFB-Team: Ena Mahmutovic drängt

07. Oktober 2026 , 08:34 Uhr

Beim FC Bayern ist Ena Mahmutovic die unangefochtene Stammkeeperin. Und im Nationalteam? Da steht Ann-Katrin Berger vor ihr - doch zum Start der WM-Saison kann die Münchnerin weiter Druck machen.

Unmittelbar bevor Torhüterin Ena Mahmutovic ihr DFB-Debüt im Dezember 2024 verhaute, hatte Bundestrainer Christian Wück bereits erklärt: «Sie soll sich nicht einbilden, dass heute dieses Spiel ihre Nationalmannschaftskarriere beeinflusst.» Die von ihr mitverschuldete 1:2-Niederlage damals gegen Italien in Bochum warf die ehemalige Duisburgerin dann auch nicht aus der Bahn. 

Lange musste sie sich dennoch hinter Torfrau Ann-Katrin Berger einreihen. Jetzt aber kommt Bewegung in die Torhüterinnenfrage in die Auswahl der deutschen Fußballerinnen. Beim FC Bayern ist Mahmutovic inzwischen souveräne Stammkeeperin – und ihr Club sieht in der 22-Jährigen auch die künftige deutsche Nummer 1. «Ena ist die Zukunft der Nationalmannschaft», sagte Bayern-Direktorin Bianca Rech kürzlich. Sie gehöre «nicht nur nominiert». 

Wücks Nummer 1 ist bisher aber weiterhin Berger. Doch die 35-Jährige vom US-Club Gotham FC fehlt in den beiden Länderspielen gegen Australien am Freitag (20.30 Uhr/ZDF) in Karlsruhe und gegen Japan am Dienstag darauf (17.45 Uhr/ARD). Und in den Monaten bis zur WM in Brasilien im kommenden Sommer (24. Juni bis 25. Juli 2027) kann noch viel passieren. Ein Überblick über die Lage zwischen den Pfosten: 

Wie ist die Situation bei Ann-Katrin Berger?

Die Olympia-Heldin und «Fußballerin des Jahres» von 2024 und 2025 nimmt sich eine Auszeit beim DFB. «Damals, als es darum ging, ob sie nach der Europameisterschaft weitermachen möchte, ob sie sich fit genug fühlt, ob sie dieses Feuer noch spürt – da war schon klar, dass sie irgendwann mal einen Lehrgang aussetzen möchte», erklärte der Bundestrainer. «Das ist jetzt der Zeitpunkt, weil sie in Amerika in der heißen Phase der Liga ist.» Berger sei ihren Konkurrentinnen jedenfalls «noch einen Tacken voraus».

Was spricht für Ena Mahmutovic?

Wück sieht jetzt die Möglichkeit «für die jungen Torhüterinnen, die hintendran sind, Länderspiele zu bekommen». Rechs Forderung sieht der 53-Jährige gelassen. Schließlich wolle jeder Verein seine Spielerinnen im Nationalteam sehen. «Im Moment ist es natürlich schon so, dass die Leistungen von Ena im Verein, in der Champions League sehr gut sind. Sie hat auch das letzte Spiel gegen Slowenien gespielt», sagte Wück. 

Mahmutovic habe auch im Training überzeugt. «Sie wird jetzt ihre Spielzeit bekommen. Ob sie beide Spiele machen wird, das würde ich gerne auch mit (Torwarttrainer) Michael Fuchs besprechen», kündigte der DFB-Chefcoach an. Die 1,77 Meter große Fußballerin hat bisher zwei Länderspiele bestritten. 

Wo steht Stina Johannes?

Die 26-Jährige vom VfL Wolfsburg patzte beim Supercup gegen die Bayern (0:3) und zeigte zuletzt nicht immer Topleistungen, wie auch Wück bestätigte. «Das ist richtig, da haben wir einen anderen Anspruch. Da hat auch sie einen anderen Anspruch, das weiß ich von Stina», räumte er ein. Gleichzeitig betonte er: «Sie hat bei uns im Halbfinale der Nations League gegen Frankreich einmal die Null gehalten und einen gehörigen Anteil daran, dass wir ins Finale gekommen sind.» 

Man müsse einer Torhüterin auch mal eine Schwächephase zugestehen. «Ich weiß, was in Stina steckt. Wenn ich das nicht wüsste, wenn ich nicht das Vertrauen gehabt hätte, hätten wir sie nicht nominiert», so der Bundestrainer. 

Wen gibt es noch? 

Als dritte Torfrau ist für den Auftakt der WM-Saison Laura Dick von der TSG Hoffenheim nominiert. In Lauerstellung befindet sich Maria Luisa «Mala» Grohs (25). Die einstige Rivalin von Mahmutovic beim FC Bayern steht inzwischen beim französischen Spitzenclub Olympique Lyon zwischen den Pfosten. Sie gehört dem Aufgebot der deutschen U23 an. 

Auch Real Madrid hat eine deutsche Torhüterin: Die frühere DFB-Stammkeeperin Merle Frohms (31/zuvor Wolfsburg) war allerdings 2024 aus dem Nationalteam zurückgetreten, nachdem Ex-Chefcoach Horst Hrubesch Berger bei den Olympischen Spielen den Vorzug gegeben hatte. Die einst hoch gehandelte Sophia Winkler gab 2024 ihr Debüt im Wück-Team. Sie muss sich aber nach einer über eineinhalbjährigen Zwangspause wegen einer schweren Knieverletzung erst mal bei Eintracht Frankfurt durchsetzen.

Quelle: dpa

 

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