Komiker als Staatsoberhaupt?

Petition: 20.000 für Hape Kerkeling als Bundespräsident

10. Juni 2026 , 13:59 Uhr

Er war «Horst Schlämmer» und schrieb über den Jakobsweg, beim Gedenkakt zur Buchenwald-Befreiung zeigte er eine nachdenkliche Seite. Tausende finden: Kerkeling sollte Staatsoberhaupt werden.

Hape Kerkeling als Bundespräsident: Eine Online-Petition zur Nominierung des Komikers für das höchste Staatsamt hat inzwischen mehr als 20.000 Unterstützer. Gerichtet ist der Aufruf auf der Plattform der Kampagnenorganisation Campact an die Fraktionsführungen von Union, SPD, Grünen und Linken im Bundestag.

«Nominieren Sie Hans-Peter Kerkeling als gemeinsamen, überparteilichen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten für die Wahl am 30. Januar 2027», heißt es darin. «Deutschland braucht an der Spitze keine Parteitaktik, sondern eine Persönlichkeit, die unser Land würdig repräsentiert und gesellschaftlichen Zusammenhalt stiftet.»

«Besitzt Tiefe»

Kerkeling habe bewiesen, dass er Tiefe besitze, heißt es zur Begründung. «Seine Rede in der Gedenkstätte Buchenwald am 12. April 2026 hat viele von uns erschüttert und gleichzeitig inspiriert. Er sprach dort als Enkel von Hermann Kerkeling, der drei Jahre in Buchenwald für die Freiheit litt. Kerkeling hat klargemacht, dass unsere Demokratie tägliche Pflege und eine lebendige Erinnerungskultur braucht.»

Der 61-jährige Kerkeling ist seit Jahrzehnten als Komiker und Autor erfolgreich. Furore machte er unter anderem mit seiner Kunstfigur Horst Schlämmer – sein Buch «Ich bin dann mal weg» wurde zum Bestseller. 

Beim Gedenkakt zum Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Buchenwald erinnerte er an die Leidenszeit seines dort damals inhaftierten Großvaters, der nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten Flugblätter gegen Adolf Hitler verteilt hatte. «Nie wieder» müsse täglicher Kompass sein, forderte sein Enkel in der Rede.

«Schließe nichts aus»

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gibt sein Amt nach zehn Jahren 2027 ab. Sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin wird von der Bundesversammlung gewählt, die aus Abgeordneten des Bundestags und Delegierten aus den Ländern besteht. Die schwarz-rote Koalition will sich erst im Herbst festlegen, wen sie nominieren will.

Über die Petition hatten mehrere Medien berichtet. Laut Stern TV sagte Kerkeling zu der möglichen Nominierung: «Ich muss ihnen ehrlich sagen, nach all dem, was in der Welt passiert und wer so an der Spitze von Nationen steht – ich schließe nichts mehr aus.» Sein Unterton war allerdings deutlich ironisch. Online-Petitionen haben in der Regel wenig Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse.

Quelle: dpa

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