Mehr Zeit für Mathe und Deutsch in den Grundschulen soll die Pisa-Offensive der Bayerischen Staatsregierung bringen, die Kultusministerin Anna Stolz am Dienstag vorgestellt hat. Zuletzt wurde hitzig über den Religions- und den Englischunterricht in der Grundschule debattiert. Jetzt steht fest, es trifft die kreativen Fächer. Kunst, Musik, Werken und Gestalten werden zu einem Verbundfach zusammengespannt.
Petra Rauh, die Leiterin des Kulmbacher Schulamtes sieht allerdings keinen Grund zur Aufregung.
Das ist jetzt natürlich auf die Waage gelegt worden, das ist aber nicht notwendig. Man soll nicht aufwiegen die eine und die andere Seite. Die grundlegende Bildung und die Förderung der Basiskompetenzen und die ganzheitliche Bildung der Schülerinnen und Schüler in den Grundschulen steht ohnehin an oberster Stelle.
Oberstes Gebot sei, dass die Kinder lesen, rechnen und schreiben lernen. Petra Rauh präzisiert, Werken und Gestalten, Musik und Kunst werden in den ersten beiden Klassen jetzt schon integriert, dort gibt es keine klaren Fächerstunden, sondern grundlegenden Unterricht. Hier werde schreiben, rechnen und lesen eben jetzt noch mehr in den Vordergrund gerückt.
In den Jahrgangsstufen drei und vier ist es so, dass die Schulen im Bereich Kunst, Musik und Sport vier bis fünf Stunden planen und Englisch ein bis zwei Stunden. Und die einzelnen Grundschulen können dann in Eigenverantwortung, aber auch in Abstimmung mit uns als Schulamt überlegen, wo setzen wir in diesem Bereich dann die Schwerpunkte.
Die Kulmbacher Schulamtsleiterin macht im Gespräch mit Radio Plassenburg deutlich, Werken und Gestalten sei bei der Basisausbildung der Schüler genauso wichtig. Dort gehe es um feinmotorische Basisfähigkeiten, die die Kinder dann wieder für Lesen und Schreiben bräuchten.
Festgelegt ist in der Pisa-Offensive auch, die bayerischen Grundschüler werden in der ersten und zweiten Klasse 24 Wochenstunden haben und in der dritten und vierten Klasse 28 Unterrichtsstunden.
Hintergrund der Pisa Offensive ist die jüngste Pisa-Studie, in der die sprachlichen und mathematischen Leistungen der deutschen Grundschüler deutlich gesunken waren.