Planungen zum Campus Kulmbach: Uni Bayreuth äußert sich erneut zum Güterbahnhof

21. März 2023 , 13:19 Uhr

Auch die Uni Bayreuth äußert sich erneut zu den Campus-Plänen auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände und dem damit verbundenen Widerstand gegen den Abriss des historischen Backsteingebäudes.

In einer Mitteilung geht sie unter anderem auf die Größe des Grundstücks ein, das nicht voll genutzt werden könne. Den Güterbahnhof zu erhalten würde demnach eine weitere Verengung bedeuten. Darüber hinaus würde ein entsprechendes Bürgerbegehren die Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs und damit den Baubeginn erheblich verzögern. Abschließend sprechen die Verantwortlichen der Uni davon, dass sie sich aufgrund der aktuellen Debatte in Kulmbach zunehmend weniger willkommen fühlen.

Der Abriss des Güterbahnhofs könnte auch durch eine Einordnung des Gebäudes als Denkmal noch gestoppt werden. Ein entsprechendes Gutachten des Landesamtes für Denkmalpflege steht noch aus.

 

Hier die komplette Stellungnahme der Uni Bayreuth im Wortlaut:

 

Den Planungen der Universität Bayreuth für die Fakultät VII in Kulmbach lagen folgende Rahmenbedingungen zugrunde:

  1. Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) samt Verkehrswegekonzept der Stadt Kulmbach von 2009; die Konkretisierung der Planung für die bereits in diesem Konzept trassenmäßig beinhaltete Tangente sieht vor, dass das Güterbahnhofsgebäude abgebrochen wird;
  2. Gutachten des Voreigentümers über den Zustand des Güterbahnhofsgebäudes im Hinblick auf einen Abbruch und insbesondere auf die Schadstoffbelastung, das eine Sanierung des Gebäudes als ökonomisch nicht sinnvoll und nicht praktikabel erscheinen ließ;
  3. Vereinbarung der Stadt Kulmbach mit dem Freistaat, zu gegebener Zeit den Grundstücksteil mit dem Güterbahnhof für den Tangentenbau zu erwerben und den Güterbahnhof dafür abzureißen;
  4. Stadtratsbeschluss zu Punkt 3);
  5. kein öffentlich bekanntes Interesse am Güterbahnhof.

Wir möchten zu einigen derzeit kursierenden Aussagen konkret Stellung nehmen:

„Das Grundstück ist doch groß genug“: Wir können nicht das gesamte Grundstück bebauen. Wir haben bereits durch (Bier-)Leitungen, Naturschutzbelange, Flussverlauf und Bodendenkmalpflege eine Flächeneinschränkung. Zugleich benötigen wir Flächen für z.B. Gewächshäuser und Anzuchtflächen. Auch ist es gemeinsames Ziel mit der Stadt Kulmbach, zur Verbindung in die Innenstadt einen Fuß- und Radweg über das gesamte Gelände verlaufen zu lassen, der weiter ins Industriegebiet führt. Und nicht zu vernachlässigen ist zudem der Punkt, dass von Beginn an immer Ziel war, auch Erweiterungsflächen zu haben. Eine weitere Verengung schränkt die Gestaltungsspielräume ein und würde aufgrund neuer Planungsgrundlagen in etlichen Bereichen bedeuten, nochmals einige Schritte rückwärts zu gehen und die Planungen neu zu konzipieren.

„Die Uni braucht keine Tangente“: Die Universität kann sich vom Verkehrsgeschehen um den Campus herum und in der Stadt Kulmbach nicht abkoppeln, und diesbezüglich beinhalten die städtischen Planungen eine Tangente. Wir plädieren für die Lösung, die stadtplanerisch als erforderlich angesehen wird.

Zum Schluss ist es uns ein wichtiges Anliegen, die Kulmbacher Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass wir große Verunsicherung bei unseren Kulmbacher Studierenden und Mitarbeitenden spüren. Viele fühlen sich dadurch in Kulmbach zunehmend weniger willkommen. Die Diskussion hat mittlerweile einen Ton angenommen, der uns um die Außenwirkung auf künftige Studierende, Lehrende und Forschende fürchten lässt. Die bisherige äußerst erfolgreiche Entwicklung der Fakultät VII und die Verbindung mit der Region wird dadurch alles andere als gefördert.

Das könnte Dich auch interessieren

23.08.2026 Mit Armbrust uns Axt bedroht: 49-jähriger Bayreuther hält Bekannten in seiner Wohnung fest Am Samstagnachmittag hat ein Mann in der Bayreuther Innenstadt einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Er hat einen 55-jährigen Bekannte in seiner dessen Wohnung festgehalten. Dabei soll der 49-Jährige den Älteren auch mit einer Armbrust und einer Axt bedroht haben. Neben zahlreichen Polizeistreifen aus Bayreuth rückte auch eine Spezialeinheit aus Mittelfranken zum Einsatzort aus. Nach rund drei 23.08.2026 Nicht einfach durchwinken: Kulmbacher Grüne kritisieren Kostensteigerung bei der Kauerndorfer Umgehung Für die Grünen im Landkreis Kulmbach ist die Planung der Ortsumfahrung von Kauerndorf inzwischen völlig aus dem Ruder gelaufen. Die von rund 90 auf inzwischen 146,8 Millionen Euro gestiegenen Kostenseien ein deutliches Alarmsignal. Die Grünen kritisiere, dass die Bevölkerung erst spät über wichtige Entscheidungen informiert werde und fordern eine unabhängige Kosten-Nutzen-Prüfung und mehr Transparenz. Auch 23.08.2026 Schwerer Motorradunfall in Kronach: 50-Jähriger lebensgefährlich verletzt Bei einem schweren Motorradunfall am frühen Samstagabend auf der B85 in Kronach ist ein 50-jähriger Motorradfahrer lebensgefährlich verletzt worden. Der Mann hatte mit seiner Maschine mehrere Autos mit hoher Geschwindigkeit überholt. Als eine 52-jährige Autofahrerin nach links abbiegen wollte, kam es zum Zusammenstoß. Der Motorradfahrer wurde durch die Wucht des Aufpralls in die Luft geschleudert, 23.08.2026 Kracher auf der Autobahn: Audi S5 brummt in BMW und flüchtet Ein schwerer Verkehrsunfall auf der A9 bei Bayreuth sorgt für Ermittlungen. Am Samstagnachmittag fuhr ein weißer Audi S5 offenbar mit hoher Geschwindigkeit auf einen BMW auf. Der Audi-Fahrer flüchtete anschließend in Richtung München. Kurz darauf wurde das stark beschädigte Mietfahrzeug rund 20 Kilometer weiter verlassen auf dem Standstreifen gefunden. Ein 31-jähriger Mann wurde wenig später