Spionage-Vorwurf

Polen fasst mutmaßlichen Agenten - Spionage in Deutschland

23. Februar 2026 , 14:01 Uhr

Ein Verdächtiger aus Belarus soll in Deutschland, Polen und Litauen militärische und zivile Anlagen ausspioniert haben. Seine Festnahme ist ein Ergebnis grenzüberschreitender Zusammenarbeit.

Der polnische Geheimdienst hat einen mutmaßlichen Agenten festgenommen, der auch in Deutschland spioniert haben soll. Der belarussische Staatsbürger sei Anfang Februar gefasst worden, teilte der Inlandsgeheimdienst ABW mit. 

Die Ermittler werfen dem Mann Anfang 40 vor, seit Juni 2024 in Deutschland, Polen und Litauen militärische Objekte sowie kritische Infrastruktur für den belarussischen Geheimdienst ausgespäht zu haben. «Er sammelte Informationen, zeichnete sie auf und leitete sie an seine Auftraggeber in Belarus und Russland weiter», sagte Jacek Dobrzynski, Sprecher des polnischen Geheimdienstkoordinators. 

In Deutschland, wo sich seine Ausspähversuche wohl vor allem auf Objekte im Norden konzentrierten, hielt sich der Verdächtige dem Vernehmen nach nur einige Tage auf. 

Polen: Belarus und Russland schicken Agenten ins Land

Die Festnahme ist den Angaben zufolge ein Ergebnis der Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz und dem litauischen Geheimdienst. Der Mann kam für zunächst drei Monate in Untersuchungshaft. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm mindestens fünf Jahre Haft.

Polen ist einer der wichtigsten politischen und militärischen Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine. Die Regierung in Warschau wirft den Geheimdiensten Russlands und seines Verbündeten Belarus vor, viele Agenten ins Land zu schicken und Saboteure anzuwerben. 

Nach Angaben von Dobrzynski wurden in den vergangenen vier Jahren seit Kriegsbeginn 92 Verdächtige gefasst, denen Spionage oder Sabotage vorgeworfen wird. Darunter seien russische, belarussische, ukrainische und polnische Staatsbürger.

Quelle: dpa

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