Verdacht auf Schwarzarbeit

Razzia gegen Abrissfirma - Schaden in Millionenhöhe

18. März 2026 , 14:35 Uhr

Organisierte Schwarzarbeit im Abbruchgewerbe: Ermittler durchsuchen bundesweit 37 Objekte. Der Schaden für Sozialversicherung und Fiskus liegt bei rund 7,8 Millionen Euro.

Mit Durchsuchungen in sechs Bundesländern sind Ermittler gegen organisierte Schwarzarbeit im Abbruchgewerbe vorgegangen. An den Aktionen des regionalen Ermittlungszentrums der Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Hauptzollamt Frankfurt beteiligten sich nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft rund 380 Einsatzkräfte. 

Insgesamt seien 37 Geschäftsräume und Wohnungen durchsucht worden – mit Schwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet und in Südhessen. Vier Haftbefehle und vier Vermögensarreste seien im Zuge der Maßnahmen vollstreckt worden.

Im Mittelpunkt der Razzia sowie der umfangreichen Ermittlungen stehen laut Staatsanwaltschaft die Betreiber eines Bauunternehmens, die hauptsächlich Abrissarbeiten durchführten und im gesamten Bundesgebiet seit 2020 Leistungen in Höhe von rund 30 Millionen Euro erbracht hätten.

31 Personen im Visier der Ermittler

Die Ermittler nahmen den Angaben zufolge Objekte in Frankfurt am Main, Offenbach, Wiesbaden, Bielefeld und Würselen (beide Nordrhein-Westfalen), Wiesloch und Schwetzingen (beide Baden-Württemberg), im thüringischen Eisenberg, in Halle in Sachsen-Anhalt, im bayerischen Aichach sowie im Odenwaldkreis unter die Lupe. Dabei hatten sie insgesamt 31 Personen im Visier, darunter 29 Männer und zwei Frauen. Gegen sie bestehe der Verdacht des – teils bandenmäßigen – Vorenthaltens und Veruntreuens von Sozialversicherungsbeiträgen, der Steuerhinterziehung sowie der Beihilfe.

 Scheinrechnungen und Schwarzzahlungen von Löhnen

Konkret bestehe der Verdacht, dass in beträchtlichem Umfang Löhne «schwarz» ausgezahlt worden seien. Um dies zu verschleiern, sollen die Beschuldigten Scheinrechnungen sogenannter Servicefirmen verwendet und damit Leistungen von Subunternehmen vorgetäuscht haben, die jedoch nie erbracht worden seien. 

Tatsächlich soll das Geld nach Begleichung der Scheinrechnungen bar abgehoben und an die Betreiber des Bauunternehmens zurückgezahlt worden sein, die es dann zur Zahlung von Schwarzlöhnen verwendet haben sollen. Der bisher ermittelte Umfang angekaufter Scheinrechnungen beläuft sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf über 12 Millionen Euro.

Die Ermittlungen richteten sich auch gegen mehrere Beschuldigte, die an dem Betrieb der Servicefirmen beteiligt gewesen seien, hieß es. Der bisher ermittelte Gesamtschaden für die Träger der Sozialversicherung und den Fiskus belaufe sich auf rund 7,8 Millionen Euro. Zur vorläufigen Sicherung von Vermögenswerten seien durch das Gericht Vermögensarreste in Höhe von rund 8,4 Millionen Euro angeordnet und durch Pfändungen vollstreckt worden.

Quelle: dpa

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