Versicherer

Rekordgewinn bei HUK-Coburg - Autoversicherung wird teurer

24. März 2026 , 13:21 Uhr

Der deutsche Marktführer im Kfz-Bereich erwartet auch im laufenden Jahr steigende Preise - vor allem, weil teure Ersatzteile die Kosten treiben.

Autoversicherungen werden voraussichtlich im laufenden Jahr noch teurer. Der deutsche Marktführer HUK-Coburg erwartet, dass die Reparaturkosten weiter deutlich steigen – unter anderem wegen der Ersatzteilpreise, wie der für die Autoversicherung zuständige Vorstand Jörg Rheinländer sagt. In der zurückliegenden Preisrunde seien die Prämien der Bestandsversicherungen bei der HUK um etwa 8 Prozent gestiegen. Auch dieses Jahr werde es voraussichtlich eine «notwendige Beitragsanpassung» in diesem Bereich geben.

Die HUK – und die gesamte Autoversicherungsbranche – beklagt seit einigen Jahren stark steigende Reparaturkosten, unter anderem weil Ersatzteile sich stark verteuert haben. Für 2026 erwartet Rheinländer, dass diese Schadeninflation bei rund 7 Prozent liegen wird. 

Rekordgewinn

Trotz der steigenden Kosten hat die HUK vergangenes Jahr aber einen Rekordgewinn eingefahren. Der Versicherer, der auch noch in anderen Bereichen als der Autoversicherung tätig ist, verdiente nach Steuern 621 Millionen Euro – das waren 78 Prozent mehr als vor einem Jahr und so viel wie nie zuvor. «2025 war das erfolgreichste Jahr in der Geschichte unseres Unternehmens», betont der Sprecher des Vorstands, Klaus-Jürgen Heitmann.

Im vergangenen Jahr trug auch die Autoversicherung dazu bei, weil die Kosten für Schäden wieder unter den Beitragseinnahmen lagen. 2024 war es noch andersherum gewesen. Neben deutlichen Beitragserhöhungen profitierte die Versicherung dabei auch davon, dass sie weniger Unfälle und Elementarschäden durch Hagel oder Sturm regulieren musste.

2025 lag die Schaden-Kostenquote in der Kfz-Versicherung bei 96,2 Prozent. Werte unter 100 bedeuten hier, dass der Versicherer weniger Kosten als Einnahmen hat. Wenn man bedenke, dass rund zwei Prozentpunkte davon auf geringe Elementarschäden zurückgingen, segle man als Autoversicherer «schon noch scharf am Wind», sagte Rheinländer auf die Frage nach Spielraum für besonders niedrige Preise im Neukundengeschäft. Man werde als HUK keine Preiskämpfe lostreten, es aber auch nicht aussitzen, falls andere Akteure dies täten. 

Deutlich mehr Mitarbeiter

Insgesamt ist die HUK weiter auf Wachstumskurs. Die Beitragseinnahmen stiegen um gut 10 Prozent auf knapp 11 Milliarden Euro, die Zahl der Verträge insgesamt um 1,6 Millionen auf 47,8 Millionen, davon 14,5 Millionen Autoversicherungen. Auch die Belegschaft wuchs: von 10.468 auf 11.942 Mitarbeiter. Ein großer Teil davon dürfte aber auf die Übernahme der Werkstattkette Pitstop zurückgehen. Auch 2026 soll die Zahl der Mitarbeiter aber weiter zulegen.

Quelle: dpa

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