Tausende Hoferinnen und Hofer haben gestern wieder ihren Nationalfeiertag auf dem Festplatz am Schießhäuschen gefeiert. Der 594. Schlappentag wieder gut besucht und auch das traditionelle Festbier, das Schlappenbier, ist gut angekommen.
Der Hofer Schlappentag ist das älteste historische Fest der Stadt Hof und gilt als der offizielle „Hofer Nationalfeiertag“. Seine Ursprünge reichen fast 600 Jahre zurück bis in das Jahr 1430 und sind tief in der Bürgerbewaffnung, der Stadtverteidigung und dem Handwerk verwurzelt.
Im Jahr 1430 stürmten die Hussiten, die radikalisierten Anhänger des böhmischen Reformators Jan Hus, die Stadt Hof nahezu ohne Gegenwehr und brannten sie nieder. Um die Stadt schnell wieder aufzubauen und künftig besser zu schützen, gewährte der Landesherr (der Markgraf von Brandenburg) den Hofern zehn Jahre Steuerfreiheit. Im Gegenzug verpflichtete er die Bürger und Handwerker jedoch per Dekret zu regelmäßigen Schießübungen mit Handfeuerwaffen. Daraus entstand 1432 die Hofer Schützengilde. Viele kamen dann zu den Übungen in letzter Minute und in Schlappen – den damals typischen Holzschuhen – deswegen der Name Schlappentag.