Musik zum Jahreswechsel

Schwungvoller Walzer-Start mit dem Neujahrskonzert aus Wien

01. Januar 2026 , 14:22 Uhr

Das diesjährige Neujahrskonzert stand im Zeichen einiger Debüts: Erstmals dirigierte der Kanadier Yannick Nézet-Séguin das weltweit verfolgte Event. Und eine Afroamerikanerin wurde auch gefeiert.

An die Kraft von Freundlichkeit und Güte hat der diesjährige Dirigent des Wiener Neujahrskonzerts, Yannick Nézet-Séguin, erinnert. «Nur mit Freundlichkeit kommt der Frieden», sagte der 50-jährige Kanadier zum Publikum im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins und an die Millionen Zuschauer im TV sowie im Internet gerichtet. Freundlichkeit im Herzen sei elementar dafür, die Unterschiede zwischen Menschen zu akzeptieren. Die Musik könne alle Menschen vereinen.

Eine Reihe von Debüts

Das Neujahrskonzert, das sich vor allem um die Werke der Familie des Walzer-Königs Johann Strauss dreht, stand diesmal im Zeichen einiger Debüts. Erstmals erklang mit dem «Rainbow Waltz» der Pianistin Florence Price (1887-1953) ein Werk einer Afroamerikanerin. Das für Orchester bearbeitete Stück kam beim Publikum besonders gut an. Die Berücksichtigung der inzwischen wiederentdeckten Künstlerin im Programm der Wiener Philharmoniker sei ein Herzenswunsch von ihm gewesen, sagte Nézet-Séguin im Vorfeld.

Price hatte unter schwierigen Lebensumständen Klavierstücke und Symphonien geschrieben. Als alleinerziehende Schwarze litt sie unter der in den USA verbreiteten Rassendiskriminierung.

Insgesamt wurde fünf Werke erstmals beim Neujahrskonzert gespielt, darunter auch die «Sirenen Lieder» von Josephine Weinlich (1848-1887). Im Alter von 20 Jahren hatte die Geigerin, Pianistin, Komponistin und Dirigentin ein zeitweise 40-köpfiges Damenorchester gegründet. Das Stück komponierte Weinlich für den ersten Auftritt der Kapelle.

Ein Dirigent mit sichtbar guter Laune

Auch für Nézet-Séguin war das Neujahrskonzert eine Premiere am Pult. Der 50-Jährige dirigierte schwungvoll und mit sichtbar guter Laune die Wiener Philharmoniker, die er durch andere gemeinsame Projekte seit rund 15 Jahren kennt.

Im nächsten Jahr kommt es erneut zu einem Debüt am Pult. Der 49-jährige russische Dirigent Tugan Sochijew wird dann erstmals das größte Klassikevent der Welt dirigieren, wie das Orchester mitteilte. Er war von 2014 bis 2022 Musikdirektor und Chefdirigent des Bolschoi-Theaters in Moskau. Außerdem gastierte Sochijew an den größten Opernhäusern der Welt wie der Metropolitan Opera in New York.

Alljährlich rund 50 Millionen aus der Ferne dabei

Das Konzert wurde via Fernsehübertragung und Stream in mehr als 150 Länder ausgestrahlt. Rund 50 Millionen Zuschauer und Zuschauerinnen sind regelmäßig aus der Ferne alljährlich mit dabei. Der ORF setzte für die Übertragung 40 Mikrofone und 14 Kameras ein.

Quelle: dpa

 

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