Umsonst & Draußen

Seit 50 Jahren kostenlos - wie das dem Bardentreffen gelingt

31. Juli 2026 , 07:54 Uhr

Rund 400 Künstler auf acht Bühnen, mehr als 200.000 Besucher: Wie das Bardentreffen trotz Preissteigerungen für alle gratis bleiben kann.

Vier Tage lang Musik aus aller Welt, Hunderte Konzerte auf mehreren Bühnen – und das alles kostenlos. Das Bardentreffen in Nürnberg gehört nach Angaben der Stadt zu den größten Umsonst-und-Draußen-Festivals in Deutschland. In diesem Jahr findet es an diesem Wochenende zum 50. Mal statt. Möglich macht das ein besonderes Engagement. 

Auf acht Bühnen in der Altstadt werden bis Sonntag rund 400 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt auftreten und damit wegen des runden Jubiläums einen Tag länger als sonst üblich. Zudem geben viele Hundert Straßenmusikerinnen und -musiker abseits der großen Plätze Konzerte. Die Stadt hatte das Musikfestival vor 50 Jahren anlässlich des 400. Todestages des Dichters und Meistersängers Hans Sachs (1494–1576) ins Leben gerufen. 

Von Sponsoren bis Crowdfunding 

Rund 650.000 Euro kostet das Bardentreffen nach Angaben der Stadt Nürnberg. Diese übernimmt etwa 45 Prozent vom Gesamtbudget. Den restlichen Teil finanzieren vor allem Sponsoren, die dem Festival seit vielen Jahren die Treue halten. Trotz der wirtschaftlich angespannten Lage stehe diese großzügige Unterstützung auf einem festen Boden, heißt es vom Geschäftsbereich Kultur. 

Doch auch die zahlreichen Besucherinnen und Besucher – mehr als 200.000 erwarten die Veranstalter wieder – können einen Beitrag zum Erhalt des Festivals leisten, indem sie das Programmheft, das Fan-T-Shirt oder einen Anstecker kaufen. Außerdem hat die Stadt ein Crowdfunding für das Bardentreffen und die beiden ebenfalls kostenlosen Festivals, Klassik Open Air und Stars im Luitpoldhain, organisiert, mit dem online Geld gespendet werden kann. 

Fördermitglieder gesucht

Auch das Nürnberger Brückenfestival am kommenden Wochenende (7. -8. August) ist seit jeher kostenlos – und soll auch so bleiben. Doch dafür brauchen die Veranstalter Unterstützung, wie diese auf Instagram schreiben.

«Die Preissteigerungen der letzten Jahre sind zu viel. Obwohl wir dieses Jahr wieder alles ehrenamtlich stemmen konnten, werden wir es 2027 nicht mehr schaffen, das Brückenfestival in seiner gewohnten Form stattfinden zu lassen.» Deshalb werden nun Fördermitglieder gesucht, die mit einem festen Jahresbeitrag dafür sorgen, das Festival finanziell abzusichern. 

Die Stadt Nürnberg ist hingegen zuversichtlich, was die Zukunft des Bardentreffens angeht: Die Veranstaltung sei ein kultureller Höhepunkt und ein Fest der Stadtgesellschaft und stehe nicht infrage, zumal das Fest durchaus positive Effekte auf die lokale Wirtschaft habe, teilt die Stadt mit.

Quelle: dpa

 

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