Ausschuss im Landtag

Sondersitzung zur Vergesellschaftung von Wohnungen

22. Oktober 2026 , 16:17 Uhr

Linke, Grüne und SPD in Berlin diskutieren über die Übernahme von Wohnungen in städtischen Besitz. Das löste eine bundesweite Kontroverse aus, die nun sogar die Tagesordnung im Landtag beeinflusst.

Die bundesweite Debatte um die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen erreicht auch den bayerischen Landtag: Auf Initiative des Vorsitzenden des Bau-Ausschusses, Jürgen Baumgärtner (CSU), findet am kommenden Dienstag (27. Oktober) eine Sondersitzung des Gremiums statt, zu der auch Vertreter der größten deutschen Immobilienunternehmen und Wohnungshalter eingeladen wurden. Bereits zugesagt haben nach Angaben der CSU-Fraktion bereits Vonovia, Heimstaden und Covivio.

Der Vorstoß zielt jedoch in eine andere Richtung als die Überlegungen der potenziellen Koalitionspartner in der Hauptstadt: «Während Linke, Grüne und SPD in Berlin über Verstaatlichung diskutieren, setzen wir auf Neubau, Rechtssicherheit und Zusammenarbeit mit denjenigen, die tatsächlich Wohnraum schaffen», sagte Baumgärtner. Alle, die bauen, modernisieren und Wohnraum schaffen wollten, sollten nach Bayern kommen. «Wohnungen, die in Berlin verstaatlicht werden, können in Bayern neu gebaut werden. Wer auf Sozialismus setzt, wird in Armut und Obdachlosigkeit enden.»

Linke, SPD und Grüne beraten über Vergesellschaftung 

In Berlin wird im Zuge der Regierungsbildung von Linkspartei, Grünen und SPD über die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne diskutiert. In einem gemeinsamen Sondierungspapier haben sie sich zu dem Vorhaben bekannt. Demnach sollen etwa 160.000 Wohnungen von fünf Immobilienunternehmen in Landesbesitz überführen werden. Die Entschädigungssumme soll auf 16 Milliarden Euro begrenzt, mit Krediten finanziert und über Mieten refinanziert werden. Betroffen sein sollen private Firmen ab einem Bestand von 10.000 Wohnungen in Berlin.

Die CSU kritisiert die Pläne seit Wochen auf praktisch allen politischen Ebenen. Sie sieht in der Vergesellschaftung einen Schaden für die Unternehmen und «ein fatales Signal für den gesamten deutschen Wohnungsmarkt». Die Sondersitzung solle den Unternehmen Gelegenheit geben, ihre Perspektive darzulegen und die konkreten Auswirkungen der Überlegungen auf den Freistaat Bayern zu erörtern. 

Ruf nach Verbot per Bundesgesetz

«Berlin vertreibt Investoren, Bayern heißt sie willkommen. Im Freistaat herrscht ein Klima für Eigentum, Verlässlichkeit und Investitionsbereitschaft. Wenn der Staat beginnt, große Wohnungsunternehmen nicht mehr als Partner zu behandeln, leidet am Ende der gesamte Wohnungsmarkt», sagte CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek. Was in Berlin passiere, sei ein Paradigmenwechsel für die Rechtsordnung in Deutschland. «Wir brauchen deutliche Reaktionen weit über Berlin hinaus. Der Bund muss jetzt schnell handeln und diese linken Enteignungsphantasien unterbinden, ehe sie dem Investitionsstandort Deutschland weiteren Schaden zufügen.»

Quelle: dpa

Bayern CSU Landtag Partei Wohnungspolitik

Das könnte Dich auch interessieren

19.10.2026 CSU-Rezept gegen «Extremisten»: Familien und Wohnen fördern Vor ihrem Parteitag zeigt die CSU klare Kante gegen AfD und Linke. Mit einem zweiten Leitantrag will die Partei eine Antwort auf das Erstarken der politischen Ränder geben. Was in dem Papier steht. 15.10.2026 Mehr als 16.000 Tage: Freller dienstältester Abgeordneter 1982 wurde der CSU-Politiker Karl Freller erstmals in den Landtag gewählt. Nun hat er einen Rekord gebrochen. Peilt er bereits den nächsten an? 15.10.2026 Aigner spricht über frühere Krebserkrankung und Single-Leben Landtagspräsidentin Ilse Aigner wird als eine mögliche Nachfolgerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gehandelt. In einem Podcast gewährt sie seltene Einblicke in höchst Privates. 09.10.2026 AfD-Landtagspräsident rügt BMW wegen Rückzug von Leasing Anfang der Woche ist mit Tobias Rausch erstmals ein Landtagspräsident von der AfD gewählt worden. Der ranghöchste Politiker des Landes muss sich allerdings einen neuen Anbieter für ein Auto suchen.